Stuttgart 21: Bahn verschiebt Eröffnung auf 2031 – Kosten explodieren auf 14,5 Milliarden Euro
Gerdi BaumStuttgart 21: Bahn verschiebt Eröffnung auf 2031 – Kosten explodieren auf 14,5 Milliarden Euro
Die Deutsche Bahn hat die Eröffnung des unterirdischen Bahnhofs Stuttgart 21 auf das Jahr 2031 verschoben. Das Projekt, das ursprünglich mit Kosten von 4,5 Milliarden Euro veranschlagt wurde, sieht nun ein revidiertes Budget von 14,5 Milliarden Euro vor. CEO Evelyn Palla machte für die Verzögerungen Schwierigkeiten bei der Digitalisierung des Stuttgarter Eisenbahnknotens verantwortlich.
Die Bauarbeiten für Stuttgart 21 begannen im Jahr 2010. Kern des Vorhabens war der Ersatz des alten Kopfbahnhofs durch einen neuen unterirdischen Bahnhof. Noch im selben Jahr kam es zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten, die sich gegen den Abriss des alten Bahnhofs wandten – dabei wurden über 100 Menschen verletzt.
Die Grünen, die das Projekt von Anfang an kritisiert hatten, gewannen bei den Landtagswahlen 2011 erheblichen Einfluss. Seither behindern technische Probleme und Planungsmängel den Fortschritt. Über 1.000 Kilometer falsch verlegter Kabel und Leitungen müssen nun ausgetauscht werden. Kritiker verweisen zudem auf unzureichende Brandschutzmaßnahmen als großes Risiko.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir fordert klarere Zeitpläne und zuverlässigere Kostenschätzungen. Die Deutsche Bahn hat die geschätzten Gesamtkosten inzwischen auf 14,5 Milliarden Euro erhöht – ein Vielfaches des ursprünglichen Budgets. Die Fertigstellung des Projekts wird nun für 2031 erwartet, ein Jahrzehnt später als ursprünglich geplant. Die Verzögerungen sind auf technische Pannen, steigende Kosten und anhaltenden Widerstand zurückzuführen. Die Deutsche Bahn steht nun vor der Aufgabe, diese Herausforderungen zu bewältigen, um den lange erwarteten Bahnhof endlich zu realisieren.
