01 February 2026, 20:47

Süßkartoffeln erobern Deutschlands Küchen mit Rekordnachfrage

Ein Süßkartoffelfeld mit einer kleinen Pflanze in der Mitte, umgeben von Bäumen und einem bewölkten Himmel.

Süßkartoffeln erobern Deutschlands Küchen mit Rekordnachfrage

Süßkartoffeln: Vom exotischen Luxusgut zum Alltagsgemüse

Was einst eine seltene exotische Delikatesse war, gehört heute in fast jeden deutschen Einkaufskorb. Die Süßkartoffel hat ihren Nischenstatus längst hinter sich gelassen und ist auf den Esstischen der Republik angekommen. Ihr Beliebtheitsschub hat sogar heimische Bauern dazu bewegt, die Anbauflächen auszuweiten, um die wachsende Nachfrage zu bedienen.

Deutschlands größter Süßkartoffelproduzent, der Wagner Biohof am Bodensee, bewirtschaftet mittlerweile rund 120 Hektar für den Anbau. In Niedersachsen baut die Gaus-Lütje GbR, ein landwirtschaftlicher Betriebsverbund, die Knolle auf kleinerer, aber dennoch beachtlicher Fläche von 2,5 Hektar an.

Der Durchbruch begann um das Jahr 2015, als der Pro-Kopf-Verzehr bei etwa 1,2 Kilogramm pro Jahr lag. Neun Jahre später, 2024, hat sich dieser Wert mehr als verdoppelt – auf über 2,5 Kilogramm. Ausschlaggebend waren vor allem Gesundheitstrends: Verbraucher schätzen den hohen Nährstoffgehalt und den niedrigen glykämischen Index der Süßkartoffel. Auch der Aufstieg veganer und vegetarischer Ernährungsweisen trieb die Nachfrage voran, unterstützt durch Social-Media-Hype und die flächendeckende Verfügbarkeit in Supermärkten.

Den Großteil der in Deutschland verkauften Süßkartoffeln liefern nach wie vor ausländische Produzenten, allen voran Spanien, Israel und die USA. Doch je mehr die Knolle zum Standardgemüse wird, desto stärker springen heimische Betriebe in die Bresche, um die Lücke zu schließen.

Der Aufstieg der Süßkartoffel – vom exotischen Kuriosum zum Küchenklassiker – spiegelt den Wandel der Essgewohnheiten in Deutschland wider. Mit einer Verdopplung des Verzehrs in weniger als einem Jahrzehnt ist sie längst fester Bestandteil der bundesweiten Ernährung. Sowohl lokale Erzeuger als auch internationale Lieferanten weiten ihre Produktion weiter aus, um mit der ungebrochenen Nachfrage Schritt zu halten.