Volkswagen plant radikale Umstrukturierung – bis zu 65.000 Jobs in Gefahr
Herbert RennerVolkswagen plant radikale Umstrukturierung – bis zu 65.000 Jobs in Gefahr
Volkswagen hat weitreichende Umstrukturierungspläne angekündigt, um einen langfristigen finanziellen Niedergang abzuwenden. Das Unternehmen warnt, dass es ab 2030 ohne radikale Veränderungen dauerhafte Verluste drohen könnten. Mehr als 100.000 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel – zusätzlich zu den bereits geplanten 50.000 Entlassungen könnten bis zu 65.000 weitere Stellen gestrichen werden.
Der Autokonzern beabsichtigt, vier Werke in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm zu schließen, falls die Lohnkosten nicht sinken. Zudem plant Volkswagen den Verkauf von Vermögenswerten wie Ducati und Europcar sowie eine Verringerung seines Anteils an Traton. Das Modellangebot soll von 150 auf etwa 75 Fahrzeuge schrumpfen, wobei unter anderem der Jetta, der Q6 e-tron und der Porsche Taycan eingestellt werden sollen.
Ein geplanter Börsengang der Kernmarke VW und der Komponentensparte würde den Einfluss Niedersachsens gemäß dem VW-Gesetz verringern. Auf einem Krisentreffen unterzeichneten Führungskräfte ein Plakat zur Unterstützung der Umstrukturierung, das CEO Oliver Blume initiiert hatte. Sollte der Aufsichtsrat den Plan ablehnen, könnte der Vorstand eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen.
Volkswagen hat im Vergleich zur Konkurrenz bei der Elektrifizierung und Digitalisierung an Boden verloren. In der Folge sind Nachfrage und Marktanteile gesunken. Ratingagenturen haben angedeutet, dass eine Herabstufung der Bonität droht, falls sich die finanzielle Lage nicht bald verbessert.
Ziel der Umstrukturierung ist es, die Zukunft des Konzerns zu sichern und anhaltende Verluste zu verhindern. Dazu gehören Werksschließungen, Stellenabbau und Vermögensverkäufe, um die Kosten zu senken. Ohne diese Maßnahmen riskiert das Unternehmen tiefgreifendere finanzielle Probleme und eine weitere Schwächung seiner Marktposition.
