25 December 2025, 07:19

Von Welsen, Pavianen und Eheringen: Wenn Tiere in Deutschland für Chaos sorgen

Ein Kaninchen frisst Futter in der Nähe von hölzernen Bauen.

Tierwelt 2025 - Vom Karpfenalarm bis zum verschluckten Ehering - Von Welsen, Pavianen und Eheringen: Wenn Tiere in Deutschland für Chaos sorgen

Eine Reihe ungewöhnlicher Tiervorfälle sorgt in Deutschland für Debatten und juristische Prüfungen

In den letzten Monaten haben ungewöhnliche Begegnungen zwischen Mensch und tier in Deutschland für Aufsehen gesorgt – von einem Riesenwels, der Badende in Angst versetzte, bis hin zur Tötung von Pavianen in einem Zoo. Die Vorfälle werfen Fragen zum Umgang mit Wildtieren und zum Tierschutzrecht auf.

Mal wurde ein Ehering im Magen einer Kuh entdeckt, ein anderes Mal endete die abenteuerliche Reise eines Geiers mit einer gutefrage.

Am 20. Juni griff ein zwei Meter langer Wels im fränkischen Brombachsee Schwimmer an und verletzte mehrere Menschen. Die Behörden entschieden gemeinsam mit einem Angelverein und der Wasserrettung, dass das Tier eine ernsthafte Gefahr darstellte. Ein Beamter feuerte drei Schüsse ab, traf jedoch nicht – schließlich fing ein Angler den Wels und tötete ihn. Das Fleisch wurde später in 120 Filetportionen serviert. Im November 2022 prüfte das Bayerische Landesamt für Tierschutz, ob die Tötung gegen Tierschutzgesetze verstoßen hatte, fand jedoch keine Verstöße.

Der Nürnberger Tiergarten geriet unterdessen in die Kritik, nachdem er zwölf gesunde Paviane wegen Platzmangels im Gehege getötet hatte. Die Maßnahme löste rund 350 Strafanzeigen aus und führte zu Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Zwar wurde das Vorgehen schließlich als rechtmäßig eingestuft, doch Tierschützer üben weiterhin scharfe Kritik. An anderer Stelle verschluckte ein Nandu im Landshuter Wildpark am Neujahrstag den Handschuh eines Kindes – Experten vermuten, das Tier hielt ihn für Futter. In einem weiteren Fall entdeckte ein Metzger in Simbach am Inn den Ehering des Landwirts Johannes Brandhuber im Magen seiner Kuh Herzal. Das Tier hatte ihn offenbar beim Fressen von Hafer-Silage verschluckt.

Eine der bemerkenswertesten Geschichten betrifft Vincent, einen Bartgeier aus dem Nationalpark Berchtesgaden. Der Vogel legte 1.600 Kilometer durch Deutschland bis zur Nordsee zurück, bevor er eingefangen und wieder aufgepäppelt wurde. Kurioserweise erhielt der Münchner Hund Urax sogar Post vom Beitragsservice der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Sein Besitzer weigerte sich scherzhaft mit der Begründung, Urax höre weder Radio noch nutze er das Internet.

Die Vorfälle zeigen, wie unberechenbar Tierverhalten sein kann – und welche rechtlichen Herausforderungen daraus entstehen. Während die Entfernung des Welses als notwendig für die öffentliche Sicherheit galt, warf die Tötung der Paviane ethische Fragen auf. Andere Fälle, wie der Fund des Eherings oder die Reise des Geiers, sorgten schlicht für Erstaunen. Die Behörden bleiben damit konfrontiert, Tierschutz und menschliche Belange in Einklang zu bringen.