VW plant radikale Produktionskürzungen: Bis zu 500.000 Autos weniger pro Jahr
Alex TintzmannVW plant radikale Produktionskürzungen: Bis zu 500.000 Autos weniger pro Jahr
Volkswagen plant massive Kürzungen in der europäischen Produktion und strebt eine jährliche Reduzierung von bis zu 500.000 Fahrzeugen an. Damit würde der Konzern effektiv fast zwei ganze Werke stilllegen. Unternehmenschef Oliver Blume hat vier deutsche Standorte als besonders kostspielig im Betrieb eingestuft: Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm.
Obwohl diese Werke als vergleichsweise effizient gelten – Zwickau soll die Produktionskosten bis 2025 auf unter 4.500 Euro pro Fahrzeug senken –, ist ihre langfristige Zukunft ungewiss. Interne Prognosen deuten darauf hin, dass sie möglicherweise nur noch bis in die frühen 2030er-Jahre Fahrzeuge produzieren und danach ohne neue Aufträge dastehen könnten.
Blume schließt eine vollständige Schließung der Standorte als „schlechteste und teuerste Option“ aus. Stattdessen prüft er Kooperationen mit der Rüstungsindustrie oder chinesischen Automobilherstellern, um die Werke umzuwidmen. Gleichzeitig bleiben Audi und Porsche – ebenfalls Teil der Volkswagen-Gruppe – von ähnlichen Sparmaßnahmen verschont. Porsche etwa verzichtet weiterhin auf Einschnitte wie die Streichung von Pausen, was auch auf die spezielle Fertigung von Modellen wie dem 911 zurückzuführen ist.
Die Premiummarken betreiben zudem eigene Produktionsstätten in Deutschland, die sie von der umfassenden Restrukturierung der Volumenmodell-Werke von Volkswagen abschirmen.
Die geplanten Kürzungen würden die Produktion von Volkswagen in Europa deutlich verringern. Ohne neue Fertigungsaufträge bleibt die Zukunft der vier Werke ungewiss. Die nächsten Schritte des Konzerns werden zeigen, ob Partnerschaften oder alternative Lösungen ihre langfristige Nutzung sichern können.






