Wacker Chemie kämpft 2025 mit Rekordverlust und drastischen Sparmaßnahmen
Catrin KabusWacker Chemie kämpft 2025 mit Rekordverlust und drastischen Sparmaßnahmen
Wacker Chemie verzeichnet ein schwieriges Jahr 2025 mit rückläufigen Umsätzen und hohem Verlust
Wacker Chemie hat für das Jahr 2025 ein herausforderndes Geschäftsergebnis gemeldet: Der Umsatz sank um 4 % auf 5,49 Milliarden Euro. Zudem verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von 805 Millionen Euro, bedingt durch Sonderbelastungen und Marktdruck. Um die Finanzen zu stabilisieren, sind nun Stellenabbau und Sparmaßnahmen im Gange.
Die Probleme des Unternehmens im Jahr 2025 hatten mehrere Ursachen. Die Absatzmengen gingen zurück, die Preise gaben nach, und Produktionskapazitäten blieben ungenutzt. Hohe Energiepreise in Deutschland verschärften die Lage zusätzlich und drückten das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) um 43 % auf 427 Millionen Euro.
Regional entwickelte sich das Geschäft unterschiedlich: In Asien sank der Umsatz um 9 %, in den Amerikas um 5 %. Europa blieb stabil, doch globale Herausforderungen wie Überkapazitäten, schwache Nachfrage und geopolitische Spannungen belasteten die Ergebnisse. Währungseffekte minderten den Umsatz weiter – besonders im ersten Quartal 2026, das voraussichtlich bei rund 1,35 Milliarden Euro liegen wird und damit unter dem Vorjahreswert bleibt.
Als Reaktion startete Wacker Chemie im Oktober 2025 sein bisher größtes Sparprogramm mit dem Namen PACE. Damit sollen jährlich über 300 Millionen Euro eingespart werden, vor allem durch Kürzungen bei Produktions- und Verwaltungskosten. Weltweit werden im Rahmen dieses Plans mehr als 1.500 Stellen abgebaut, davon der Großteil in Deutschland.
Gleichzeitig setzt das Unternehmen verstärkt auf Spezialprodukte, Halbleiter und Biotech-Anwendungen, um künftiges Wachstum zu fördern. Trotz der Verluste rechnet die Unternehmensführung für 2026 mit einem niedrigen einstelligen Umsatzplus. Das EBITDA wird auf einen Korridor zwischen 550 Millionen und 700 Millionen Euro prognostiziert. Aufgrund der finanziellen Schieflage wird für 2025 jedoch keine Dividende vorgeschlagen.
Die Bilanz 2025 von Wacker Chemie zeigt ein schwieriges Jahr mit sinkenden Umsätzen, einem deutlichen Nettoverlust und umfassenden Restrukturierungsmaßnahmen. Mit dem Sparprogramm und der strategischen Neuausrichtung auf zukunftsträchtige Bereiche will das Unternehmen die Profitabilität wiederherstellen. Die Aktionäre müssen angesichts der Priorität für die finanzielle Erholung auf eine Dividende für das Jahr verzichten.