Warnstreik im öffentlichen Dienst: Verdi kämpft für faire Löhne in Niedersachsen und Bremen
Alex TintzmannWarnstreik im öffentlichen Dienst: Verdi kämpft für faire Löhne in Niedersachsen und Bremen
Beschäftigte im öffentlichen Dienst gehen in Niedersachsen und Bremen in Warnstreik
Am Mittwoch, den 28. Januar 2026, werden Beschäftigte des öffentlichen Dienstes, vertreten durch die Gewerkschaft Verdi, an Universitäten und Forschungseinrichtungen in Niedersachsen und Bremen zu Warnstreiks aufrufen. Die Aktion folgt auf gescheiterte Verhandlungen mit den Arbeitgebern, bei denen Verdi höhere Löhne, bessere Arbeitsplatzsicherheit und eine Ausweitung der Tarifbindung für studentische Hilfskräfte fordert.
Die Streiks beginnen an der Technischen Universität Braunschweig, wo sich die Mitarbeiter um 11:00 Uhr auf dem Universitätsplatz zu einer Kundgebung versammeln. Von dort aus wird eine Demonstration zwischen 12:30 und 13:30 Uhr durch die Innenstadt ziehen und am Platz der Deutschen Einheit enden. Die TU Braunschweig ist eine von mehreren betroffenen Einrichtungen.
Verdis Forderungen umfassen eine Lohnerhöhung von 7 Prozent für alle Beschäftigten, mit einer garantierten Mindesterhöhung von 300 Euro monatlich. Berufseinsteiger sollen zusätzlich 200 Euro mehr pro Monat erhalten sowie nach Abschluss ihrer Ausbildung automatisch unbefristete Verträge bekommen. Die Gewerkschaft pocht zudem darauf, die Tarifbindung auf studentische Hilfskräfte auszuweiten, die derzeit weder einheitliche Bezahlung noch geregelte Arbeitsbedingungen haben. Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) haben bisher keine verbindlichen Angebote hervorgebracht. Selbst Mindeststandards, die in früheren Gesprächen vereinbart wurden – etwa zu Löhnen, Vertragslaufzeiten und Arbeitszeiten –, werden nicht flächendeckend umgesetzt. Einzelne Beschäftigte können diese Regelungen rechtlich nicht einklagen, was viele ohne Handlungsmöglichkeiten zurücklässt. Die niedrigen Löhne führen zudem zu unbesetzten Ausbildungsstellen und gefährden so die Funktionsfähigkeit der Universitäten. Verdi argumentiert, dass Einrichtungen wie die TU Braunschweig ohne fairere Bedingungen ihre Lehr- und Forschungsaufgaben nicht mehr angemessen erfüllen können.
Die Streiks am 28. Januar werden den Betrieb an mehreren Hochschulen und Forschungseinrichtungen beeinträchtigen. Sollte keine Einigung erzielt werden, könnten weitere Arbeitskampfmaßnahmen folgen. Im Kern geht es Verdi um höhere Löhne, Arbeitsplatzsicherheit und verbindliche Standards für alle Beschäftigten – einschließlich der studentischen Hilfskräfte.