Warum Muslim Interaktiv erst 2025 verboten wurde – trotz AfD-Antrag und Extremismus-Vorwürfen
Herbert RennerWarum Muslim Interaktiv erst 2025 verboten wurde – trotz AfD-Antrag und Extremismus-Vorwürfen
Der Deutsche Bundestag lehnte im Juni 2024 einen Antrag der AfD ab, den Verein Muslim Interaktiv zu verbieten. Ein Video, das sich auf den Antrag bezog, verbreitete sich später online – es war ursprünglich von Baumann am selben Tag auf Facebook gepostet worden. Die Gruppe wurde schließlich vom Bundesinnenministerium im November 2025 verboten.
Die AfD-Fraktion hatte im Mai 2024 einen Antrag eingebracht, in dem sie ein Verbot von Muslim Interaktiv forderte. Begündet wurde dies damit, die Organisation strebe an, den Islam als einziges gesellschaftliches Modell durchzusetzen und lehne staatlichen Einfluss ab. Die CDU hatte bereits im April 2024 ein landesweites Verbot vorgeschlagen, doch SPD und Grüne blockierten den Vorstoß.
Bei der Bundestagsabstimmung am 13. Juni 2024 stimmten CDU, SPD, FDP, Grüne und die Linke gegen den AfD-Antrag. Nur die BSW enthielt sich. Der CDU-Abgeordnete Christoph de Vries erklärte, der Vorstoß der AfD sei überflüssig, da seine Partei bereits gegen den politischen Islamismus vorgehen würde.
Das Hamburger Landesamt für Verfassungsschutz hatte Muslim Interaktiv bis Juni 2024 als „gesichert extremistisch“ eingestuft. Zudem bestanden Verbindungen zur Hizb ut-Tahrir, einer in Deutschland seit 2003 verbotenen Organisation. Trotz der anfänglichen Ablehnung erließ das Bundesinnenministerium schließlich im November 2025 ein Verbot gegen Muslim Interaktiv.
Dem Verbot ging eine längere politische und sicherheitspolitische Debatte voraus. Ausschlaggebend für die Entscheidung waren die extremistische Einstufung der Gruppe sowie ihre Verbindungen zu einer bereits verbotenen Organisation. Das Verbot trat im November 2025 auf Bundesebene in Kraft.
