08 January 2026, 15:10

Wegners Tennis-Spiel während des Berliner Stromausfalls löst politischen Eklat aus

Ein Mann mit Brille, T-Shirt, Mütze und Schuhen spielt Tennis.

Kann ein Bürgermeister während einer Krise Tennis spielen? Aber ja! - Wegners Tennis-Spiel während des Berliner Stromausfalls löst politischen Eklat aus

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner gerät wegen Tennis-Spiels während eines Stromausfalls in die Kritik

Der Berliner Regierende Bürgermeister Kai Wegner steht nach einem Tennis-Match während eines massiven Stromausfalls in der Hauptstadt heftig in der Kritik. Der längste Blackout im Nachkriegs-Berlin ließ rund 100.000 Menschen stundenlang ohne Strom zurück. Zwar koordinierte Wegner die Krisenbewältigung per Telefon, doch seine Entscheidung für eine sportliche Pause hat einen politischen Eklat ausgelöst.

Der Stromausfall traf am Samstagmorgen den Südwesten Berlins. Innerhalb weniger Stunden leitete Wegner von seinem Homeoffice aus die Maßnahmen der Stadt ein. Doch fünf Stunden nach Beginn der Störung unterbrach er seine Arbeit – für etwa eine Stunde Tennis.

Später betonte Wegner, er habe den gesamten Tag an der Lösung der Krise gearbeitet. Sein Tennis-Spiel oder eine Mittagspause erwähnte er in seiner öffentlichen Stellungnahme jedoch nicht. Dennoch wurde die Stromversorgung einen ganzen Tag früher als geplant wiederhergestellt, und es gab keine schweren Verletzungen. Die Opposition reagierte umgehend: AfD, BSW und FDP forderten Wegners Rücktritt und warfen ihm vor, in einer Notlage unangemessen gehandelt zu haben. SPD und Grüne schlossen sich kurz darauf der Kritik an und verstärkten den Gegenwind.

Einige Beobachter deuten die Kontroverse als Fall politischer Ablenkung: Statt die technischen Ursachen des Blackouts zu analysieren, rückte Wegners privates Verhalten in den Fokus. Experten weisen darauf hin, dass das Berliner Stromnetz nicht weniger stabil sei als in anderen deutschen Großstädten. Die Debatte wirft zudem grundsätzliche Fragen auf: Wie viel Privatsphäre bleibt Politikern in der Öffentlichkeit? Kritiker sehen eine Tendenz, persönliches Verhalten stärker zu bewerten als sachpolitische Inhalte – besonders in komplexen Lagen. Populistische Reaktionen, so das Argument, reduzierten oft vielschichtige Themen auf einfache Schuldzuweisungen.

Zwar konnte der Stromausfall schneller als erwartet behoben werden, ohne dass es zu größeren Schäden für die Bevölkerung kam. Doch die politischen Folgen von Wegners Tennis-Pause hallen weiter nach. Der Vorfall zeigt, wie schnell sich die Diskussion von technischen Pannen hin zu persönlichem Fehlverhalten in öffentlichen Ämtern verlagern kann.