08 June 2026, 10:27

100.000-Euro-Strafe für Meta: Gericht rügt Löschverzögerung bei falschen Kriegsverbrecher-Vorwürfen

Strafe von 100.000 Euro

100.000-Euro-Strafe für Meta: Gericht rügt Löschverzögerung bei falschen Kriegsverbrecher-Vorwürfen

Ein deutsches Gericht hat Meta zu einer Strafe von 100.000 Euro verurteilt, weil das Unternehmen falsche Anschuldigungen gegen einen Soldaten nicht von seiner Facebook-Plattform entfernt hatte. Die Beiträge, in denen der Mann fälschlicherweise als Kriegsverbrecher bezeichnet wurde, blieben trotz einer gerichtlichen Anordnung zur Löschung mehr als zwei Wochen lang online. In dem am 28. Mai 2026 verkündeten Urteil kritisierten die Richter die Verzögerungen des Konzerns sowie dessen systematische Nachlässigkeit bei der Bearbeitung des Falls.

Der Fall begann, als auf Facebook falsche Behauptungen über den Soldaten – inklusive seines vollständigen Namens und eines Fotos – veröffentlicht wurden. Der Betroffene reichte Klage ein, woraufhin die Pressestrafkammer des Landgerichts Frankfurt Meta am 23. März 2026 anwies, die Beiträge zu löschen. Das Unternehmen kam dieser Aufforderung jedoch erst zwischen dem 8. und 10. April nach, sodass die diffamierenden Inhalte 15 bis 17 Tage länger als erlaubt zugänglich blieben.

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Das Gericht wertete das Versagen Metas als besonders schwerwiegend, da es sich um schwere Vorwürfe handelte und persönliche Daten des Soldaten veröffentlicht worden waren. Die vom Unternehmen vorgebrachten Entschuldigungen – darunter interne Verzögerungen und Sprachbarrieren – wurden als inakzeptabel zurückgewiesen. Stattdessen verschärften diese Gründe aus Sicht der Richter sogar die Schuld des Konzerns.

In seiner Begründung betonte das Gericht die systematische Nachlässigkeit Metas und die Missachtung der Schäden, die durch rechtswidrige Online-Äußerungen entstehen. Die Strafe von 100.000 Euro sei notwendig, um das Ausmaß des Verstoßes angemessen widerzuspiegeln. Meta hat nun zwei Wochen Zeit, um gegen das Urteil mit einer sofortigen Beschwerde vorzugehen.

Die Geldbuße reiht sich in eine klare Serie von Verstößen gegen gerichtlich angeordnete Löschpflichten ein. Durch die Verzögerungen Metas blieb die verleumderische Inhalt im Netz, wodurch der Soldat länger als nötig reputativen Schaden erlitt. Das Unternehmen muss nun entscheiden, ob es das Urteil anfechten oder die Strafe innerhalb der gesetzten Frist akzeptieren wird.

Quelle