1,9 Millionen Euro aus Kemptener Parkuhren gestohlen: Ehepaar vor Gericht
Alex Tintzmann1,9 Millionen Euro aus Kemptener Parkuhren gestohlen: Ehepaar vor Gericht
Großer Betrugsprozess in Kempten: Ehemaliger Stadtmitarbeiter und seine Frau sollen fast 1,9 Millionen Euro aus Parkuhren gestohlen haben
In Kempten hat ein spektakulärer Betrugsprozess begonnen, nachdem ein Stadtangestellter und seine Ehefrau über Jahre hinweg angeblich fast 1,9 Millionen Euro aus Parkuhren unterschlagen haben. Das System funktionierte mehr als ein Jahrzehnt lang, bis eine Bank im November 2025 verdächtige Transaktionen entdeckte. Beide Angeklagten sitzen seit ihrer Festnahme in Untersuchungshaft.
Der 40-jährige Kommunalbedienstete hatte systematisch über Jahre hinweg Parkuhren geleert und das Bargeld für sich behalten. Seine 38-jährige Ehefrau half ihm dabei, die Gelder zu waschen, indem sie sie auf verschiedene Konten einzahlte oder in Geschenkgutscheine umwandelte. Hunderte solcher Vorfälle gab es, bevor das Finanzsystem schließlich Alarm schlug.
Nach Aufdeckung des Falls reagierten die Kemptener Behörden umgehend: Sie tauschten alle Schlösser der Parkuhren aus und übertrugen die Wartungsaufgaben an ein externes Unternehmen. Weitere Änderungen bei der Überwachung der Parkhäuser wurden seitdem jedoch nicht bekannt.
Die Staatsanwaltschaft fordert nun die vollständige Einziehung der gestohlenen Gelder. Allerdings sind einige der Taten bereits verjährt, was das Verfahren erschwert. Der Prozess dauert noch an, beide Angeklagten bleiben vorerst in Haft.
Der Fall hat zu verschärften Sicherheitsvorkehrungen im Kemptener Parksystem geführt. Über weitere Reformen hinausgehend vom Schlossaustausch und der ausgelagerten Wartung wurde bisher nichts bekannt gegeben. Die Entscheidung des Gerichts über die Vermögensabschöpfung und die Strafbemessung wird den Ausgang des Verfahrens bestimmen.






