AfD in der Kritik: Warum Angehörige von Politikern in Partei-Büros arbeiten
Catrin KabusNepotismus-Vorwurf auch in Niedersachsen AfD - AfD in der Kritik: Warum Angehörige von Politikern in Partei-Büros arbeiten
Aktuelle Berichte werfen ein Schlaglicht auf die Beschäftigung von Angehörigen durch Politiker der rechtspopulistischen AfD in Deutschland. In zwei getrennten Fällen arbeiten die Ehefrauen von Parteifunktionären in Abgeordnetenbüros. Zwar betont die Partei, dass alle Einstellungen den gesetzlichen Vorgaben entsprechen, doch Kritiker hinterfragen, ob solche Praktiken Fragen zur Fairness und Transparenz aufwerfen.
AfD-Co-Vorsitzender Tino Chrupalla räumte ein, die Frau eines sächsischen Landtagsabgeordneten in seinem eigenen Wahlkreisbüro beschäftigt zu haben. Gleichzeitig ist in Niedersachsen die Ehefrau des Landesvorsitzenden Ansgar Schledde bei einem weiteren AfD-Bundestagsabgeordneten angestellt.
Die Frau von Ansgar Schledde, dem Vorsitzenden der AfD in Niedersachsen, arbeitet im Büro des Bundestagsabgeordneten Danny Meiners. Meiners bestätigte die Anstellung und erklärte, sie sei über ein reguläres Bewerbungsverfahren aufgrund ihrer Qualifikationen ausgewählt worden. Schledde verteidigte die Personalentscheidung als "rechtlich einwandfrei" und wies Vorwürfe einer gegenseitigen Begünstigung zurück.
In einem weiteren Fall gab Tino Chrupalla, Co-Vorsitzender der AfD, zu, die Ehefrau des sächsischen Landtagsabgeordneten Roberto Kuhnert in seinem eigenen Wahlkreisbüro beschäftigt zu haben. Chrupalla räumte ein, dass solche Verträge zwar legal seien, aber "einen faden Beigeschmack" hinterließen. Die Partei wies Vorwürfe der Vetternwirtschaft zurück und betonte, alle Einstellungen erfolgten regelkonform.
Ähnliche Fälle sind auch in anderen Bundesländern bekannt geworden, wo Angehörige von AfD-Politikern Positionen in parlamentarischen Büros der Partei erhalten haben. Zwar wurden die Einstellungen jeweils mit korrekten Verfahren begründet, doch das wiederkehrende Muster sorgt für kritische Nachfragen.
Die AfD hält daran fest, dass sämtliche Anstellungen den rechtlichen Standards entsprechen und auf Grundlage fachlicher Qualifikationen erfolgten. Dennoch hat die wiederholte Beschäftigung von Angehörigen durch Parteimitglieder eine Debatte über mögliche Interessenkonflikte ausgelöst. Die Partei sieht sich weiterhin mit der Frage konfrontiert, ob solche – zwar gesetzeskonformen – Praktiken das öffentliche Vertrauen in die Personalpolitik der Politik untergraben.






