04 April 2026, 12:31

AfD in Rheinland-Pfalz: Warum die Hochrechnung das Wahlergebnis überschätzte

Papier mit handgeschriebenem Text, der "Neustädter Markt, die Wahl, Herr Williams' Proposition für gegen Mehrheit" liest.

AfD in Rheinland-Pfalz: Warum die Hochrechnung das Wahlergebnis überschätzte

Das Endergebnis der AfD bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz blieb hinter den ersten Hochrechnungen zurück. Zwar war die Partei zunächst auf 20 Prozent geschätzt worden, doch mit fortschreitender Auszählung sank ihr Stimmenanteil auf 19,5 Prozent. Diese Verschiebung spiegelt einen allgemeinen Trend bei Wahlen mit hohem Briefwahlanteil wider, bei denen spätere Anpassungen oft Parteien begünstigen, die besonders stark von Briefwählern unterstützt werden.

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Exit-Umfragen und erste Hochrechnungen am Wahlabend basieren vor allem auf den Stimmen der Wähler vor Ort, die sich häufig anders verhalten als Briefwähler. In Rheinland-Pfalz steht die AfD-Anhängerschaft postalischen Abstimmungen eher skeptisch gegenüber – die Partei rät ihren Sympathisanten sogar aktiv davon ab. Daher neigen erste Prognosen oft dazu, ihr endgültiges Ergebnis zu überschätzen.

Ähnliche Muster zeigten sich bereits bei früheren Wahlen. So lag die CDU in Baden-Württemberg bei der Landtagswahl 2021 in der Hochrechnung der Forschungsgruppe Wahlen (für das ZDF) um 18 Uhr noch drei Punkte hinter den Grünen – doch bis 20 Uhr, als zunehmend Briefwahlstimmen (die stark die CDU begünstigten) ausgezählt wurden, schrumpfte der Abstand auf nur noch 0,6 Punkte. Infratest dimap (für die ARD) verzeichnete vergleichbare Entwicklungen in anderen Wahlgängen, darunter auch in Rheinland-Pfalz, wo Parteien wie die AfD im finalen Ergebnis gegenüber den Exit-Umfragen an Boden verloren.

Briefwähler entscheiden sich in der Regel früher und lassen sich seltener von letzten Kampagnenereignissen beeinflussen. Ihre Präferenzen weichen daher oft von denen der Wahltag-Wähler ab, die eher aktuelle Stimmungsschwankungen widerspiegeln. Während die Hochrechnungen im Laufe des Abends aktualisiert werden, verschiebt die schrittweise Einbeziehung der Briefstimmen die Ergebnisse mitunter deutlich.

Der leichte Rückgang der AfD in Rheinland-Pfalz passt zu ihrer geringeren Abhängigkeit von Briefwählern. Da erste Prognosen auf den Angaben der Vor-Ort-Wähler beruhen, wird ihre Unterstützung oft überschätzt, bevor alle Briefstimmen erfasst sind. Das Muster zeigt, wie stark Wahlmethoden die endgültigen Ergebnisse prägen können – besonders in Wahlen mit einem hohen Briefwahlanteil.

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