AfD schließt Abgeordnete Martina Uhr wegen Vetternwirtschaft aus der Partei aus
Gerdi BaumAfD in Niedersachsen im Bundestag will sich von MP trennen - AfD schließt Abgeordnete Martina Uhr wegen Vetternwirtschaft aus der Partei aus
Die rechtspopulistische AfD hat eine ihrer Abgeordneten, Martina Uhr, wegen Vorwürfen der Vetternwirtschaft aus der Partei ausgeschlossen. Uhr, Mitglied des Landesverbands Niedersachsen, hatte ihren Lebensgefährten und dessen Tochter in ihrem Bundestagsbüro angestellt. Die Entscheidung fiel nach einem Bericht der Welt, der die Personalentscheidungen aufdeckte und damit Empörung innerhalb und außerhalb der Partei auslöste.
Der niedersächsische AfD-Landesverband stimmte für den Ausschluss Uhrs und forderte sie auf, ihr Bundestagsmandat niederzulegen. Parteivertreter setzten ihr eine Frist von 24 Stunden, um zurückzutreten – andernfalls drohen weitere Konsequenzen, darunter ein Antrag auf ihren Ausschluss aus der gesamten Bundestagsfraktion.
Der Skandal reiht sich ein in wachsende Bedenken wegen Vetternwirtschaft in der AfD. Ähnliche Vorwürfe gab es bereits in anderen Bundesländern, darunter Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, wo Kritiker der Partei vorwerfen, ihre eigene Glaubwürdigkeit zu untergraben. Die internen Reaktionen fallen scharf aus: Bundesvorsitzender Tino Chrupalla räumte ein 'beunruhigendes Gefühl' angesichts der wiederholten Kontroversen ein.
Einige Mitglieder, wie der thüringische Co-Vorsitzende Björn Möller, fordern strengere Regeln, um solche Fälle künftig zu verhindern. Andere, etwa Markus Frohnmaier aus Baden-Württemberg, wischen die Vorwürfe als übertrieben beiseite. Dennoch wurden bisher weder von den Landesverbänden noch auf Bundesebene formale Konsequenzen oder Reformen eingeleitet.
Uhrs Ausschluss ist der jüngste Fall in einer Reihe von Vetternwirtschafts-Skandalen, die die AfD erschüttern. Die Partei steht nun unter Druck, ihr internes Verhalten zu überprüfen – oder riskiert weitere Schäden für ihren Ruf. Ob Uhr der Rücktrittsforderung nachkommt oder die Fraktion härter durchgreift, bleibt abzuwarten.






