AfD vor historischer Chance in Sachsen-Anhalt – doch die Wähler bleiben gespalten
Catrin KabusAfD vor historischer Chance in Sachsen-Anhalt – doch die Wähler bleiben gespalten
Die rechtspopulistische Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) könnte bei der anstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September die absolute Mehrheit erringen. Der Umfrageforscher Manfred Güllner hält dieses Szenario für „durchaus möglich“. Der mögliche Erfolg der Partei gründet sich auf die aktuelle Schwäche von CDU und SPD in der Region.
In den vergangenen Wochen scheint die Unterstützung für die AfD jedoch ins Stocken geraten zu sein. Trotz weitverbreiteter Unzufriedenheit mit der Bundesregierung ist ihre Wählerbasis nicht gewachsen. Derzeit wollen 20 Prozent aller wahlberechtigten Deutschen die AfD wählen, weitere 8 Prozent können sich dafür entscheiden. In Westdeutschland könnten 24 Prozent der Wähler eine Stimme für die Partei in Betracht ziehen – in Ostdeutschland sind es sogar 41 Prozent.
Dennoch lehnen etwa 60 Prozent der Ostdeutschen eine Wahl der AfD weiterhin ab. SPD und CDU/CSU verfügen noch immer über ein beträchtliches Wählerpotenzial mit geschätzten 46 beziehungsweise 45 Prozent. Eine Mobilisierung dieser gemäßigteren Wähler könnte eine Zweidrittelmehrheit der AfD verhindern. Fast die Hälfte der Deutschen steht der SPD zudem weiterhin positiv gegenüber, und nur wenige wünschen sich das Verschwinden der Partei.
Ein Sieg der AfD in Sachsen-Anhalt hinge maßgeblich von einer geringen Wahlbeteiligung der gemäßigteren Wähler ab. Die etablierten Parteien stehen nun vor der Aufgabe, ihre Anhänger zur Stimmabgabe zu motivieren. Ob ihnen dies gelingt, könnte darüber entscheiden, ob die AfD ihren historischen Machtzuwachs erreicht.
