03 April 2026, 16:46

Apothekensterben in Deutschland: 2.300 Standorte in fünf Jahren verschwunden – doch die Versorgung bleibt stabil

Apotheke mit Glaswänden und -türen, Plakate an den Wänden, an der Ecke einer Straße mit einer Straße unten.

Apothekensterben in Deutschland: 2.300 Standorte in fünf Jahren verschwunden – doch die Versorgung bleibt stabil

Deutschland verzeichnet seit fünf Jahren einen stetigen Rückgang lokaler Apotheken

Zwischen 2020 und 2025 hat Deutschland über 2.300 öffentliche Apotheken verloren – ein Rückgang um 12 %. Dennoch betonen Krankenkassen, dass die Versorgung mit Medikamenten für die meisten Bürgerinnen und Bürger weitgehend unbeeinträchtigt bleibt.

Zwei unabhängige Analysen – eine der großen Krankenkasse Barmer und eine weitere des Iges-Instituts im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes – haben die Auswirkungen dieser Schließungen auf die Erreichbarkeit von Apotheken untersucht. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass zwar in einigen Regionen die fußläufige Erreichbarkeit abgenommen hat, die landesweite Verfügbarkeit insgesamt aber nur geringfügig beeinträchtigt wurde.

Von 2020 bis 2025 sank die Gesamtzahl der Apotheken in Deutschland von 19.081 auf 16.771. In diesem Zeitraum gab es 3.021 Schließungen oder Verlegungen, denen 711 Neueröffnungen gegenüberstanden. Die stärksten Rückgänge waren in Stadtzentren zu verzeichnen, wo die Apothekendichte ohnehin höher war. Ein klares regionales Muster ließ sich nicht erkennen, da städtische und ländliche Gebiete ähnliche prozentuale Verluste verzeichneten.

Die Schließungen folgten vorhersagbaren strukturellen Trends: In Gebieten mit einer hohen Apothekendichte war das Risiko von Schließungen größer, während Regionen mit weniger Standorten weniger betroffen waren. Apotheken in der Nähe von Arztpraxen – die Patienten innerhalb von zehn Gehminuten erreichen konnten – schlossen seltener. Wettbewerb und lokale Marktbedingungen waren die Haupttreiber für die Reduzierungen.

Die Erreichbarkeit mit dem Auto blieb für die überwiegende Mehrheit stabil. 2025 konnten 99,9 % der Deutschen eine Apotheke innerhalb von 15 Minuten mit dem Auto erreichen – ein leichter Rückgang um 0,6 Prozentpunkte seit 2020. Nur etwa 73.000 Menschen (0,1 % der Bevölkerung) hatten keine solche Möglichkeit, 10.000 mehr als fünf Jahre zuvor.

Deutlich stärker betroffen war jedoch die fußläufige Erreichbarkeit. Der Anteil der Deutschen, die eine Apotheke innerhalb von 15 Minuten zu Fuß erreichen konnten, sank von 43,7 % auf 41,6 %. Dadurch verloren zusätzlich 1,7 Millionen Menschen eine Apotheke in ihrer unmittelbaren Nähe. Dennoch hatten 2025 noch fast 42 % der Bevölkerung eine gut erreichbare Apotheke in Laufweite.

Arztpraxen profitierten weiterhin von der Nähe zu Apotheken: Fast zwei Drittel hatten eine Apotheke in maximal zehn Gehminuten Entfernung, und über 90 % konnten eine innerhalb von fünf Autominuten erreichen.

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Die gesetzlichen Krankenkassen weisen Bedenken zurück, dass die Schließungen erhebliche Hürden beim Medikamentenzugang schaffen. Sie verweisen auf die Daten, die zeigen, dass die meisten Bürger trotz des Rückgangs weiterhin schnell und unkompliziert eine Apotheke – zu Fuß oder mit dem Auto – erreichen können.

Die Verringerung der Apothekenzahl hat die Versorgungssituation zwar in einigen Gebieten verändert, insbesondere für diejenigen, die auf fußläufige Erreichbarkeit angewiesen sind. Doch die Auswirkungen auf die landesweite Verfügbarkeit bleiben überschaubar: Fast alle Einwohner können eine Apotheke innerhalb von 15 Autominuten erreichen. Der Trend spiegelt breitere Marktmechanismen wider, bei denen Wettbewerb und lokale Nachfrage weiterhin bestimmen, wo Apotheken betrieben werden.

Quelle