Asse-Atommüll bleibt vorerst unter der Erde – Bergungspläne gescheitert
Catrin KabusVerzögerung beim Abtransport von radioaktivem Müll aus dem stillgelegten Atommüllendlager Asse - Asse-Atommüll bleibt vorerst unter der Erde – Bergungspläne gescheitert
Pläne zur Bergung von 126.000 Fässern mit radioaktivem Abfall aus dem deutschen Atomlager Asse wurden auf unbestimmte Zeit gestoppt. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) gab die Verzögerung bekannt und räumte ein, dass frühere Zeitpläne auf unsolider Planung beruhten. Ein neuer Starttermin für die Stilllegungsarbeiten steht derzeit nicht fest.
Die Anlage Asse, die zwischen den 1960er- und 1970er-Jahren genutzt wurde, lagert schwach- und mittelradioaktive Abfälle in 13 unterirdischen Kammern. Gesetzlich vorgeschrieben ist die umgehende Stilllegung des Standorts, wobei die BGE mit der Bergung des Atommülls beauftragt ist. 2020 hatte die Behörde vorgeschlagen, die Rückholung ab 2033 zu beginnen – die vorläufigen Kosten wurden damals auf über drei Milliarden Euro geschätzt.
Nun gibt die BGE zu, dass der Plan von 2020 lediglich ein grober Entwurf ohne entscheidende Details war. Anhaltende Unsicherheiten – von technischen Hindernissen bis hin zur Finanzierung – zwangen die Verantwortlichen, den Zeitrahmen vollständig aufzugeben. Aktualisierte Prognosen aus dem Jahr 2025 beziffern die Kosten mittlerweile auf rund 5,3 Milliarden Euro, ein Anstieg von 70 Prozent seit 2020. Die Finanzierung bleibt eine gemeinsame Aufgabe von Bund und dem Land Niedersachsen, wobei die Fertigstellung nun erst für das Jahr 2060 avisiert wird.
Mit dem Scheitern des Zeitplans für 2033 steht das Stilllegungsprojekt Asse ohne klare Perspektive da. Wann – oder ob überhaupt – ein neuer Bergungsfahrplan vorgelegt wird, ist offen. Angesichts steigender Kosten und ungelöster Herausforderungen wird der Atommüll vorerst weiter unter der Erde verbleiben.