Atommüll bleibt über 50 Jahre in provisorischen Lagern – doch die Zeit drängt

Herbert Renner
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Ein Mann in einem weißen Anzug trägt einen gelben Eimer mit einem radioaktiven Symbol, umgeben von maskierten Personen mit Taschen, mit Gebäuden, Laternenmasten und Fahnen im Hintergrund.Herbert Renner

Atommüll bleibt über 50 Jahre in provisorischen Lagern – doch die Zeit drängt

Deutschlands Atommüll bleibt mehr als 50 Jahre an Reaktorstandorten – bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist

Aktuell lagert der deutsche Atomabfall in 16 Zwischenlagern, die meisten davon werden ihr genehmigtes 40-Jahres-Limit bis 2045 oder 2046 erreichen. Da ein Endlager noch nicht in Betrieb ist, wächst der Druck auf die Politik, die Lagergenehmigungen frühzeitig zu verlängern.

Die 16 Zwischenlager befinden sich größtenteils an ehemaligen Atomkraftwerksstandorten, darunter Gorleben in Niedersachsen und Ahaus in Nordrhein-Westfalen. Keines dieser Lager liegt in einem Bundesland, das bereits eine Suche nach einem möglichen Endlager abgeschlossen hat. Das erschwert die langfristige Planung, da noch keine Region für die Endlagerung feststeht.

Der Transport des Atommülls vom Zwischen- ins Endlager wird voraussichtlich etwa 30 Jahre dauern, mit einer Fertigstellung um das Jahr 2080. Der Prozess ist langsam: Pro Tag kann nur ein einziger Endlagerbehälter eingebracht werden. Zudem fasst jeder Endlagerbehälter nur ein Drittel des Inhalts eines Zwischenlagerbehälters.

Das Endlager selbst muss eine Million Jahre lang Sicherheit gewährleisten, um Menschen und Umwelt vor Strahlung zu schützen. Doch schon vorher birgt die Zwischenlagerung Risiken. Dichtungen und Überwachungssysteme werden entscheidend, falls Genehmigungen verlängert werden müssen. Behörden wird geraten, die Verlängerungsverfahren mindestens zehn Jahre vor Ablauf einzuleiten, um rechtliche oder technische Lücken zu vermeiden.

Da die meisten Zwischenlager-Genehmigungen bis Mitte der 2040er-Jahre auslaufen, muss Deutschland schnell handeln, um Verlängerungen zu sichern – andernfalls drohen Unterbrechungen. Ein Endlager bleibt noch Jahrzehnte entfernt, sodass der Müll weit länger als ursprünglich geplant in den provisorischen Lagern verbleibt. Effiziente Planung und frühzeitige Genehmigungsverfahren sind unerlässlich, um Engpässe vor 2080 zu verhindern.

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