Aufgrund des Monatswechsels: Besitzer verliert fast 500 Euro
Monatswechsel kostet Apotheker fast 500 Euro
Ein dringender Reformbedarf bei der Versorgung mit E-Rezepten wird deutlich. Durch den Monatswechsel muss ein Apotheker fast 500 Euro mehr zahlen.
- November 2025, 02:39 Uhr
Schlagwörter: Wirtschaft, Finanzen
Eine Preislücke im deutschen E-Rezept-System hat einen Apotheker 500 Euro gekostet. Lutz Leupold, Inhaber der Fallstein-Apotheke in Osterwieck, musste den Verlust hinnehmen, nachdem er kurz vor einer Preisanpassung ein teures Medikament abgegeben hatte. Der Fall zeigt das finanzielle Risiko für Apotheken, wenn Rezepte um den Monatswechsel herum eingelöst werden.
Das Problem begann, als ein Patient am 30. Oktober 2025 ein E-Rezept für Teriflunomid, ein Immunsuppressivum, einlöste. Da die Apotheke am Folgetag wegen eines Feiertags geschlossen war, wurde das Medikament erst am 1. November abgeholt. Nach deutschen Vorschriften müssen Apotheken den am Abgabetag gültigen Verkaufspreis ansetzen – nicht den Preis zum Zeitpunkt der Rezeptabfrage.
Der gesetzliche Verkaufspreis für Teriflunomid sank im November auf 688,15 Euro, nach über 1.000 Euro im Vormonat. Leupolds Team, das routinemäßig vor Monatsende die Preise prüft, wurde von der zeitlichen Abfolge überrascht. Die Krankenkasse erstattete nur den niedrigeren Betrag, sodass die Apotheke die Differenz von 500 Euro tragen musste. Leupold beschrieb sich als ohnmächtig gegenüber dem System und hat sich an den Landesapothekerverband gewandt. Das Problem betrifft nicht nur E-Rezepte – auch verspätet abgeholte Entlassrezepte können dieselbe Situation auslösen und gelten dann technisch als ungültig.
Der Vorfall offenbart eine Schwachstelle im deutschen E-Rezept-System, bei der Apotheken die Kosten plötzlicher Preisanpassungen allein tragen müssen. Leupolds Fall zeigt, wie aus einer Routineabgabe ein finanzieller Verlust werden kann. Bis auf Weiteres müssen Apotheken das Risiko ohne klare Lösungen bewältigen.