BaFin tauscht gesamte Berenberg-Führung nach Governance-Vorwürfen aus
Catrin KabusBaFin tauscht gesamte Berenberg-Führung nach Governance-Vorwürfen aus
Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat die gesamte dreiköpfige Geschäftsführung der Berenberg Bank ausgetauscht. Der Schritt erfolgt nach einer Prüfung, bei der mögliche Verstöße gegen die Unternehmensführung aufgedeckt wurden. Als Sonderbeauftragte zur Führung des Instituts wurden nun Dr. Hans-Walter Peters und Michael Horf eingesetzt.
Die mutmaßlichen Verstöße waren im Rahmen der Jahresprüfung 2025 ans Licht gekommen. Sie betrafen bestimmte Markttransaktionen mit unklaren Hintergründen sowie mangelnde Transparenz. Dr. Peters betonte, dass diese Vorfälle das Kundengeschäft nicht berührten und keine Kunden zu Schaden kamen.
Die BaFin hat Dr. Peters mit der Leitung des Bereichs Märkte und Kundenservice betraut, während Michael Horf die Verantwortung für die Post-Trade-Services übernimmt. Beide hoben die Stabilität der Bank hervor – Horf verwies dabei auf die starke Führung und die engagierten Mitarbeiter.
Trotz des Führungswechsels rechnet die Berenberg Bank für das Jahr 2025 mit einem positiven Jahresergebnis von rund 20 Millionen Euro. Auch für die erste Hälfte 2026 wird ein starkes Ergebnis von etwa 40 Millionen Euro prognostiziert. Die Bank versicherte, dass das operative Geschäft, die Unternehmensstrategie und die Arbeitsplätze von den Veränderungen unberührt bleiben.
Die neue Führung wird sich vorrangig mit der Aufarbeitung der Governance-Probleme befassen. Die finanzielle Perspektive der Bank bleibt solide, ohne dass es zu Beeinträchtigungen im Kerngeschäft kommt. Kunden und Mitarbeiter erhalten die Zusicherung, dass der Geschäftsbetrieb wie gewohnt weiterläuft.






