BAFTA-Gewinnerin Aysha Rafaele kämpft für mehr Vielfalt im britischen Fernsehen
Herbert RennerBAFTA-Gewinnerin Aysha Rafaele kämpft für mehr Vielfalt im britischen Fernsehen
Aysha Rafaele, eine vierfache BAFTA-preisgekrönte Kreativschaffende, kritisiert die zögerliche Entwicklung bei der Vielfalt auf dem Bildschirm
Ihr neuestes Projekt, „Vengeance: Mord in der Heide“, wird am kommenden Sonntagabend auf Channel 4 ausgestrahlt. Die Serie basiert auf einem wahren Mordfall, in den ein sikhistischer TV-Manager und eine Gruppe junger Studierender verwickelt sind.
Rafaele übt scharfe Kritik am mangelnden Fortschritt bei der Darstellung von Black und British-Asian-Communities im Fernsehen. Seit der BBC-Produktion „Murdered by My Father“ (2017) würden Schwarze Schauspieler:innen und Schauspieler mit asiatischen Wurzeln oft noch immer in Rollen gecastet, die vor allem mittelständische weiße Erfahrungen widerspiegeln. Stattdessen setzt sie sich dafür ein, authentischere Geschichten aus den eigenen Communities zu erzählen.
Ihre neue Serie „Vengeance“ dreht sich um den Mord an Gagandip Singh, einem sikhistischen TV-Manager, in eine Handlung verstrickt mit einer 19-jährigen Medizinstudentin und ihren Freund:innen. Das Projekt – ebenso wie „Dirty Business“ – wurde von den Unscripted-Teams von Channel 4 grünes Licht gegeben. Ein strategischer Schachzug von Rafaele und ihrem kreativen Partner Joseph Bullman, um die oft langsameren Entscheidungsprozesse der Drama-Abteilungen zu umgehen. Faktenteams, so ihre Erfahrung, arbeiten effizienter und bieten mehr künstlerische Freiheit.
Zwar erkennt Rafaele Fortschritte bei der diversen Besetzung an, doch betont sie, wie hartnäckig sich Klischees halten: Asiatische Mädchen würden häufig als passiv dargestellt, während asiatische Jungen auf die Rolle des braven Musterschülers reduziert würden. Trotz geringer Budgets legt ihr Team Wert darauf, Nachwuchstalente zu fördern, um diese Geschichten lebendig werden zu lassen.
Die erste Folge von „Vengeance“ läuft am Sonntag – ein weiterer Schritt in Rafaeles Kampf für eine ehrlichere Repräsentation. Ihr Ansatz, Projekte direkt an Unscripted-Teams zu pitchen, hat sich bewährt: schnellere Produktion und mehr gestalterische Kontrolle. Die Serie will veraltete Darstellungen herausfordern und unterrepräsentierten Stimmen eine Plattform geben.






