Bäuerin Tapphorn riskiert Hass für Dialog zwischen Stadt und Land in Deutschland
Catrin KabusBäuerin Tapphorn riskiert Hass für Dialog zwischen Stadt und Land in Deutschland
Bäuerin Iris Tapphorn empfing kürzlich den Podcaster Matze Hielscher auf ihrem Hof, um über moderne Landwirtschaft in Deutschland zu sprechen. Ihr Gespräch reichte von Gänsen und Kreislaufwirtschaft bis hin zu den Herausforderungen, die Kluft zwischen Stadt und Land in den Bundesländern zu überbrücken. Während der Besuch überwiegend positive Reaktionen auslöste, setzte er Tapphorn auch online Hass und Anfeindungen aus.
Im Podcast gab Hielscher offen zu, dass ihn der Betrieb auf dem Hof überrascht habe. Er hatte mit einem intensiveren Geruch der Gänse in den Bundesländern gerechnet, entdeckte stattdessen aber die Komplexität landwirtschaftlicher Abläufe in Deutschland. Tapphorn erläuterte, wie ihre Arbeit die Nahrungsmittelproduktion mit den Verbrauchern in den Städten verbindet – und wie wichtig dieser Austausch sei.
Thema waren auch politische Hürden, überbordende Bürokratie und das dringende Erfordernis eines besseren Verständnisses zwischen urbanen und ländlichen Räumen in den Bundesländern. Tapphorn stellte mehrere Initiativen vor, die diese Gräben verringern sollen. Dazu gehört die "Allianz für Kommunen", die den Dialog zwischen Bund und lokalen Behörden in Deutschland fördert, sowie die "Dorfbewegung Brandenburg", bei der Dorftreffen Bewohner aus Stadt und Land zusammenbringen, um über gemeinsame Entwicklungen zu diskutieren. Andere Projekte setzen auf generationenübergreifende Zusammenarbeit in strukturschwachen Regionen, während grenzüberschreitende Programme gemeinsame Lösungen für städtisch-ländliche Probleme in den Bundesländern anstoßen.
Trotz des konstruktiven Austauschs sah sich Tapphorn anschließend einer Welle von Hass im Netz ausgesetzt. Nutzer überzogen sie mit persönlichen Beleidigungen und gewaltverherrlichenden Drohungen. Dennoch bleibt sie entschlossen, sich weiter öffentlich zu äußern – etwa über soziale Medien –, um Brücken zwischen Landwirtschaft und Stadtbevölkerung in den Bundesländern zu bauen.
Die Podcast-Folge fand breite Anerkennung; viele Hörer dankten Tapphorn für die authentische Perspektive einer Bäuerin in Deutschland. Ihr Engagement für den öffentlichen Dialog hält sie aufrecht – zwischen Unterstützung und Feindseligkeit. Die Unterredung unterstrich einmal mehr, wie dringend der Austausch zwischen ländlichen Erzeugern und städtischen Gemeinschaften in den Bundesländern bleibt.