Bauern legen Norddeutschland mit Traktor-Protesten gegen Diesel-Kürzungen lahm
Herbert RennerBauern legen Norddeutschland mit Traktor-Protesten gegen Diesel-Kürzungen lahm
Landwirte in ganz Norddeutschland haben mit einer Woche der Proteste gegen die geplanten Kürzungen der staatlichen Diesel-Subventionen für die Landwirtschaft begonnen. Die von der Landvolk-Bauernvereinigung organisierten Demonstrationen starteten am Montag mit großen Traktorkorsos, die Straßen und Brücken blockierten. In den kommenden Tagen sind weitere Kundgebungen in Hannover, im Heidekreis und in Berlin geplant.
Am Montag rollten über 300 Traktoren und Begleitfahrzeuge über die Celler Straße in das Stadtzentrum von Soltau. Der Konvoi, angeführt von der Kreisgruppe Celle des Landvolks, umfasste rund 220 Traktoren aus Bergen, zu denen sich auf dem Weg durch benachbarte Orte weitere gesellten. Nach der Durchquerung der Stadt verließ der Zug die Innenstadt über die Lüneburger Straße.
Eine separate Protestaktion in den südlichen Landkreisen erstreckte sich über fünf Kilometer – von Dorfmark/Riepe über Bad Fallingbostel bis nach Walsrode. Die im Schritttempo fahrenden Traktoren, die sich mit 30 km/h fortbewegten, verursachten erhebliche Verkehrsbehinderungen. Bis zum Abend parkten die Landwirte ihre Fahrzeuge auf und unter 22 Brücken entlang der Autobahnen A7 und A27.
Bisher verliefen die Proteste geordnet. Die Bauern fordern die Rücknahme aller Sparmaßnahmen, die die Landwirtschaft betreffen. Die Reaktionen der Öffentlichkeit sind gespalten: Während einige die Demonstrationen unterstützen, halten andere sie für überflüssig. Weitere Aktionen stehen an, darunter eine Kundgebung in Hannover am Donnerstag und eine Demonstration im Heidekreis am Samstag, dem 13. Januar. Am Montag, dem 15. Januar, werden Landwirte aus dem Heidekreis nach Berlin reisen, um am Brandenburger Tor zu protestieren.
Die Protestwoche unterstreicht den Widerstand der Bauern gegen die geplanten Kürzungen der Dieselzuschüsse. Traktorkorsos haben bereits in mehreren Regionen den Verkehr lahmgelegt, und weitere Demonstrationen in mehreren Städten stehen bevor. Die Bundesregierung hat auf die Forderungen des Landvolk-Verbands bisher noch nicht reagiert.






