Bauernhof in Niedersachsen bewässert Tomaten mit recyceltem Abwasser – ein Pilotprojekt mit Zukunft
Alex TintzmannBauernhof in Niedersachsen bewässert Tomaten mit recyceltem Abwasser – ein Pilotprojekt mit Zukunft
Ein Bauernhof in Niedersachsen testet eine neue Methode zum Gemüseanbau mit aufbereitetem Abwasser. Das mit 2,8 Millionen Euro vom Bund geförderte Projekt soll Wasserverschwendung verringern und die Ernteerträge steigern. Bei Erfolg könnte das Verfahren zum Vorbild für andere Höfe werden, die mit Wasserknappheit kämpfen.
Das Pilotprojekt läuft in einem 1.600 Quadratmeter großen Gewächshaus im Landkreis Gifhorn. Betrieben wird die Anlage von der IseBauern GmbH & Co. KG, die recycelte Abwässer aus einem nahegelegenen Klärteich des Wasserverbands Gifhorn nutzt. Im Rahmen des Forschungsprojekts HypoWave wird das Wasser gefiltert und für den hydroponischen Tomatenanbau wiederverwendet.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert den Versuch im Rahmen seines Programms "Wasser:N". Wissenschaftler werden die Leistung des Systems überwachen, um Leitlinien für andere Standorte zu entwickeln. Langfristig könnte das gesamte Gewächshaus auf HypoWave-Wasser umgestellt werden und so jährlich bis zu 11.000 Kilogramm Tomaten produzieren.
Die Landwirtschaft verbraucht enorme Mengen Wasser, und Konflikte um die Versorgung nehmen durch Klimawandel und steigende Nachfrage zu. Effiziente Lösungen wie diese könnten Betrieben helfen, ihre Abhängigkeit von Süßwasserquellen zu verringern. Zwar gibt es ähnliche Versuche in der Aquaponik und Aquakultur, doch nur wenige großflächige hydroponische Projekte in Deutschland nutzen bisher aufbereitetes Abwasser zur Bewässerung.
Das Gifhorner Pilotprojekt könnte zeigen, wie recycelte Abwässer den Gemüseanbau im großen Stil unterstützen. Wird die Methode flächendeckend übernommen, könnte sie den Druck auf Süßwasserreserven mindern und die Nahrungsmittelproduktion verbessern. Die Ergebnisse des Projekts werden geteilt, um anderen Höfen den Einstieg in ähnliche Systeme zu erleichtern.






