Berlin plant 56.000 neue Wohnungen bis 2030 – doch das Tempelhofer Feld spaltet die Stadt
Catrin KabusBerlin plant 56.000 neue Wohnungen bis 2030 – doch das Tempelhofer Feld spaltet die Stadt
Berlins sieben landeseigene Wohnungsbaugesellschaften wollen ihren Bestand bis 2030 deutlich ausbauen. Bis dahin soll die Zahl der verwalteten Wohnungen von derzeit 408.000 auf 440.000 steigen, mit dem Ziel, bis 2035 fast 465.000 zu erreichen. Mit dem Vorhaben will die Stadt dem Wohnungsmangel begegnen und in den nächsten zehn Jahren 56.000 neue Wohnungen schaffen.
Der Großteil des Zuwachses entsteht durch Neubauten, doch die Unternehmen könnten auch bestehende Immobilien erwerben, sofern dies wirtschaftlich tragfähig ist. Durch die Erweiterung sollen bezahlbare Wohnungen für rund 120.000 Bewohnerinnen und Bewohner entstehen.
Das Tempelhofer Feld bleibt ein zentraler Streitpunkt in der Berliner Wohnungsdebatte. Nach geltendem Recht müssen 200 Hektar der ehemaligen Flughafenfläche als offene Wiesenlandschaft erhalten bleiben. Ein Bürgerantrag schlägt jedoch vor, am Rand des Geländes 21.400 neue Wohnungen zu bauen, während die Grünfläche bewahrt wird. Dieser Kompromiss könnte bis zu 50.000 Menschen Wohnraum bieten, ohne die geschützte Fläche zu verkleinern.
Regierender Bürgermeister Kai Wegner zeigt sich offen für eine teilweise Bebauung des Tempelhofer Felds. Seine Haltung vereint den dringenden Bedarf an mehr Wohnraum mit der rechtlichen Verpflichtung, die Freifläche zu erhalten. Die städtischen Wohnungsbaugesellschaften werden eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung dieser Projekte spielen – zwischen Wachstum und Nachhaltigkeit.
Bis 2035 könnte die Gesamtzahl der öffentlichen Wohnungen auf fast 465.000 steigen. Der Großteil der neuen Einheiten entsteht durch Neubauten, doch auch der gezielte Ankauf bestehender Gebäude könnte dazu beitragen. Die Verantwortlichen betonen, dass wirtschaftliche Machbarkeit die Entscheidungen leiten wird.
Der Ausbau des öffentlichen Wohnungsbestands soll die Nachfrage decken und gleichzeitig Bezahlbarkeit sichern. Mit 56.000 neuen Wohnungen bis 2030 will Berlin 120.000 Menschen unterbringen. Vorschläge wie jener für das Tempelhofer Feld könnten das Angebot weiter erhöhen, ohne Grünflächen zu opfern.






