Berliner Apotheker verliert nach jahrelangem Betrug seine Zulassung
Ein Berliner Apotheker hat nach Jahren des Betrugs und Fehlverhaltens seine Approbation verloren. Der Fall begann 2010, als er eine angeschlagene Apotheke von seinem Bruder übernahm. Die Aufsichtsbehörden entzogen ihm schließlich 2022 die Zulassung und begründeten dies mit schweren Verstößen gegen die berufliche Pflicht.
Der Apotheker hatte das Geschäft 2010 übernommen, kurz nachdem sein Bruder wegen Abrechnungsbetrugs strafrechtlich belangt worden war. Statt die Praxis zu bereinigen, führte er das System mindestens drei weitere Jahre fort. Ermittler deckten später 65 Betrugsfälle auf, bei denen ein Schaden von über 1,6 Millionen Euro entstand. Der Apotheker gestand, Rechnungen für Medikamente gestellt zu haben, die er nie ausgab, und Gewinne mit Patienten geteilt zu haben.
Er behauptete, unter Druck gehandelt zu haben, um seinen Bruder vor weiteren juristischen Konsequenzen zu schützen. Im Dezember 2013 beendete er die betrügerischen Machenschaften und erstattete den Versicherungen den vollen Betrag. Dennoch leiteten die Behörden 2015 ein Verfahren ein, um seine Praxis zu überprüfen. Sie erwogen zwar, ihm die Approbation vorläufig zu entziehen, warteten jedoch zunächst den Abschluss der strafrechtlichen Ermittlungen ab.
Bis 2021 häufen sich neue Probleme: unsachgemäße COVID-19-Tests und mangelnde Hygienestandards. Die Behörden verhängten vorläufige Auflagen und überwachten die Apotheke durch regelmäßige Kontrollen. Das Verwaltungsgericht Frankfurt urteilte, sein Verhalten habe das öffentliche Vertrauen in den Apothekerberuf schwer beschädigt. Am 2. Februar 2022 wurde ihm schließlich die Approbation offiziell entzogen.
Der Fall zog sich über Jahre hin – geprägt von Aufsichtsversäumnissen, strafrechtlichen Ermittlungen und behördlichen Maßnahmen. Trotz Geständnis und Rückerstattung konnte der Apotheker den Entzug seiner Zulassung nicht abwenden. Aus den Akten geht hervor, dass die Entscheidung auf wiederholte Verstöße und die Nichteinhaltung berufsethischer Standards folgte.






