Betrunkener Bootsführer mit 0,2 Promille auf dem Mittellandkanal gestoppt
Alex TintzmannBetrunkener Bootsführer mit 0,2 Promille auf dem Mittellandkanal gestoppt
Ein 66-jähriger Bootsführer wurde am Mittellandkanal festgenommen, nachdem die Polizei in der Nähe von Anderten auffällige Manöver beobachtet hatte. Die Behörden bestätigten, dass der Mann stark alkoholisiert war – sein Blutalkoholwert lag bei fast 0,2 Promille. Sein Führerschein wurde sofort entzogen, und es laufen nun Ermittlungen wegen mehrerer Verstöße gegen die Sicherheitsvorschriften.
Der Vorfall begann, als ein anderer Kapitän, der in demselben Gebiet einen Eisbrecher steuerte, das unberechenbare Verhalten des Mannes meldete. Die Wasserschutzpolizei Hannover griff ein und stoppte das Boot an einem Kontrollpunkt entlang des Kanals. Ein vorläufiger Test ergab eine schwere Alkoholisierung, woraufhin die Beamten seinen Führerschein einzogen und die Fahrt unterbrachen.
Der Anker des Bootes hatte sich am Kanalgrund entlanggeschleift, was Bedenken hinsichtlich möglicher Schäden an unterirdischer Infrastruktur weckte. Die Behörden prüfen derzeit, ob Versorgungsleitungen oder die Kanalstruktur beschädigt wurden. Parallel dazu wurde ein formelles Verfahren wegen Gefährdung des Schiffsverkehrs und Verstößen gegen die Binnenschifffahrtsvorschriften eingeleitet.
In den letzten fünf Jahren gab es auf dem Mittellandkanal zwischen Anderten und Mehrum nur wenige Unfälle – durchschnittlich zwei bis drei kleinere Vorfälle pro Jahr. Sicherheitsmaßnahmen wie die Radarüberwachung durch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt, aktualisierte Navigationsmarkierungen seit 2023 und verpflichtende Kapitänsschulungen, die im vergangenen Jahr eingeführt wurden, haben dazu beigetragen, die Unfallzahlen niedrig zu halten.
Dem festgenommenen Bootsführer drohen nun rechtliche Konsequenzen, darunter der endgültige Entzug seiner Betriebsgenehmigung. Eine detaillierte Blutuntersuchung soll seinen genauen Alkoholspiegel bestätigen, während weitere Inspektionen mögliche Schäden durch den schleifenden Anker bewerten werden. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Bemühungen der Behörden, die Fahrt unter Alkoholeinfluss auf deutschen Binnenwasserstraßen zu unterbinden.






