19 February 2026, 07:32

BGH-Entscheidung könnte Zugang zu medizinischem Cannabis revolutionieren

Ein Close-up eines Cannabis-Pflanzen in einem Topf auf einem Bürgersteig, mit einer Wand im Hintergrund, das üppige grüne Blätter und einen dicken Stamm zeigt.

BGH-Entscheidung könnte Zugang zu medizinischem Cannabis revolutionieren

Bundesgerichtshof prüft Fall mit weitreichenden Folgen für medizinisches Cannabis

Der Bundesgerichtshof (BGH) verhandelt einen Fall, der den Zugang zu medizinischem Cannabis in Deutschland grundlegend verändern könnte. Im Mittelpunkt des Streits steht die Frage, ob Unternehmen wie Bloomwell und Wellster rechtmäßig allgemeine Informationen über Cannabis-Therapien weitergeben dürfen. Beide Firmen argumentieren, ihre Dienste würden Patienten helfen, sich in einem komplexen System zurechtzufinden, in dem viele Hausärzte oft nicht ausreichend informiert seien.

Umstritten: Wie finden Patienten spezialisierte Ärzte? Da Telemedizin-Plattformen mittlerweile der Hauptweg sind, um entsprechende Rezepte zu erhalten, geht es auch um die Frage, wie Betroffene an Fachärzte gelangen. Allein in Deutschland gibt es über 1.000 verschiedene Cannabis-Sorten – ein hochspezialisiertes Feld. Viele Hausärzte fühlen sich überfordert: Eine Umfrage von Bloomwell ergab, dass 63 Prozent von ihnen seit April 2024 weniger als sechs Patienten Cannabis verschrieben haben. Selbst Beipackzettel, normalerweise eine Standard-Informationsquelle, gelten bei Cannabis-Therapien rechtlich als unsicher.

Telemedizin füllt die Lücke Plattformen wie Bloomwell springen hier ein und vermitteln Patienten an Ärzte, die sich mit den Besonderheiten auskennen. Bloomwell-Geschäftsführer Dr. Julian Wichmann betont, dass seine Branche eine zentrale Rolle für die Arzneimittelsicherheit spiele, indem sie sicherstelle, dass Patienten korrekte Beratung erhielten.

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BGH zeigt sich skeptisch – mögliche Einschränkungen drohen Erste Signale des Gerichts deuten jedoch auf Vorbehalte gegenüber den Geschäftsmodellen hin. Beobachter zufolge prüft der BGH genau, ob allgemeine Informationen zu Cannabis-Therapien ohne Verstoß gegen das Rezeptrecht weitergegeben werden dürfen. Ein Urteil gegen Bloomwell und Wellster könnte die Möglichkeiten von Patienten, sich über Behandlungsoptionen zu informieren, stark einschränken.

Entscheidung mit Signalwirkung: Wie geht es weiter? Die Richtersprüche werden maßgeblich beeinflussen, wie Patienten künftig an Aufklärung über medizinisches Cannabis kommen. Sollte der BGH allgemeine Beratung verbieten, stünden Telemedizin-Anbieter vor tiefgreifenden Änderungen. Noch aber sind viele Betroffene auf diese Dienste angewiesen, um die spezialisierte Versorgung zu finden, die sie benötigen.