06 January 2026, 09:16

Bremen sagt skurrile Eiswette ab – die Weser fließt auch 2026

Ein Tisch mit Tellern, Löffeln, Eiswürfeln, Austern und anderen Speisen.

Wette auf Kohl - Ist die Weser zugefroren? - Bremen sagt skurrile Eiswette ab – die Weser fließt auch 2026

Jeden Januar findet in Bremen eine skurrile Tradition statt, die fast 200 Jahre zurückreicht: das Eiswettschauspiel – ein Spektakel, das sich um eine Wette dreht, ob die Weser zufriert. In diesem Jahr fällt die Veranstaltung jedoch wegen der milden Wetterbedingungen am Fluss aus.

Die Tradition begann 1829, als 18 lokale Kaufleute wetteten, ob die Weser bis Anfang Januar zugefroren sein würde. Im Mittelpunkt stand ein Schneider – dargestellt von einem Schauspieler –, der versuchte, den Fluss zu Fuß zu überqueren, während er ein glühendes Bügeleisen trug. Hielt das Eis, gewann der Schneider; brach es ein, galt die Weser als "fließend", und die Wette war verloren.

Jahrzehntelang wurde der Schneider, wenn das Eis versagte, von Seenotrettern mit dem Boot ans andere Ufer gebracht. Die Veranstaltung entwickelte sich zu einem geselligen Treffen, bei dem sich rund 800 Gäste am dritten Januar-Samstag im Congress Centrum versammelten. Die Verliererseite lud traditionell alle zu einem Mahl aus Grünkohl und Wurst ein. Die Wette wurde seit 1829 fast jedes Jahr erneuert – doch der Schneider hat noch nie gewonnen. Stets lautete das Ergebnis: "De Werser geiht!" ("Die Weser fließt!"). Das Spektakel hat zudem einen wohltätigen Zweck: Es sammelt Spenden für die Seenotretter. In diesem Jahr bestätigten die Organisatoren, dass die Veranstaltung ausfällt. Die Wetterbedingungen der Weser erfüllen 2026 nicht die nötigen Voraussetzungen.

Ohne dickes Eis auf der Weser bleibt die Eiswette auch in diesem Jahr ausgesetzt. Das Fehlen der Tradition bedeutet: kein gemeinsames Festmahl und keine Spenden für die Retter im Januar. Die Organisatoren hoffen auf kältere Winter, um die historische Wette wiederzubeleben.