11 January 2026, 09:02

Corny Littmanns 50 Jahre Bühne: Vom Schulstück zum deutschen Theaterphänomen

Menschen sitzen auf Stühlen auf einer Bühne mit Namensschildern und Mikrofonen auf einem Tisch, Zuschauer sitzen ihnen gegenüber, ein Projektionsschirm und Beleuchtung an Eisenstangen im Hintergrund.

Theaterdirektor Corny Littmann feiert 50 Jahre auf der Bühne - Corny Littmanns 50 Jahre Bühne: Vom Schulstück zum deutschen Theaterphänomen

Corny Littmann – 50 Jahre auf der Bühne: Vom Schultheater zum bundesweiten Kulturpräger

Der bekannte Theaterregisseur, Schauspieler und Impresario Corny Littmann feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. Was mit einer kleinen Rolle in einem Schulstück begann, entwickelte sich zu einem prägenden Erbe für die bundesweite Theaterszene. Von der Gründung der ersten offen schwulen Theatergruppe Deutschlands bis zur Leitung ikonischer Spielstätten – sein Einfluss auf das kulturelle Leben des Deutschlands ist bis heute spürbar.

Geboren 1952 in Münster, zog Littmann mit 15 Jahren nach Hamburg. Sein erster Auftritt erfolgte in dem Schulstück Ali Baba und die vierzig Räuber, in dem er einen der Räuber spielte. 1976 gründete er gemeinsam mit anderen Brühwarm, die erste offen schwule Theatergruppe Deutschlands, und setzte damit neue Maßstäbe in der darstellenden Kunst.

1982 startete Littmann zusammen mit seinem Geschäftspartner Gunter Schmidt die Tourneetheatergruppe Familie Schmidt. Sechs Jahre später, am 8. August 1988, eröffneten sie das Schmidt Theater mit der Premiere Sag „Bitte“ und ich singe. Die Spielstätte avancierte schnell zu einer festen Größe im bundesweiten Unterhaltungsbetrieb, besonders im Szeneviertel St. Pauli. 1991 folgte mit Schmidts Tivoli eine weitere Erweiterung, 2015 kam Schmidtchen hinzu. Produktionen wie die langjährigen Komödien Caveman und Cavequeen – Du sammeln, ich auch festigten den Ruf der Häuser für lebendiges, humorvolles Boulevardtheater. Ein weiterer großer Erfolg war die Schmidt Midnight Show, eine bunte Varieté-Show, die professionelle Acts mit Laientalenten verband. Durch die Ausstrahlung im NDR erlangte sie bundesweite Bekanntheit.

Littmanns Wirken beschränkt sich nicht auf die Regie. Er steht selbst regelmäßig auf der Bühne, bevorzugt in Rollen als „gebrochene Charaktere“, und setzt sich seit Jahrzehnten engagiert für LGBTQ+-Rechte ein. Von 2003 bis 2010 prägte er als Präsident des FC St. Pauli zudem die kulturelle Identität der Stadt mit.

Fünf Jahrzehnte nach seinem Debüt ist Littmanns Prägung der bundesweiten Theaterszene unübersehbar. Seine Häuser ziehen weiterhin Publikum mit einer Mischung aus Komödie, Kabarett und Revue an. Das Jubiläum steht nicht nur für seine Ausdauer, sondern auch für seinen Beitrag zu einem inklusiven, unterhaltsamen Theater in Deutschland.