Der Wolf verändert die Jagd - auch Frauen zeigen Interesse - Der Wolf verändert die Jagd - auch Frauen zeigen Interesse
Der Wolf verändert die Jagd – auch Frauen zeigen zunehmend Interesse
Der Wolf verändert die Jagd – auch Frauen zeigen zunehmend Interesse
Der Wolf verändert die Jagd – auch Frauen zeigen zunehmend Interesse
- Dezember 2025
In Niedersachsen vollzieht sich ein stiller, aber spürbarer Wandel in der Jagd. Immer mehr Frauen ergreifen diese traditionell männlich dominierte Tätigkeit, während die heimische Tierwelt gleichzeitig vor neuen Herausforderungen steht. Von steigenden Frauenanteilen in Lehrgängen bis hin zu verändertem Verhalten des Wildes durch die Rückkehr der Wölfe – die Jagdlandschaft entwickelt sich auf unerwartete Weise.
Niedersachsen hebt sich bereits durch seine hohe Dichte an Jägerinnen und Jägern hervor: Statistisch kommt auf 116 Einwohnerinnen und Einwohner eine jagdlich aktive Person. Nun steigt der Frauenanteil kontinuierlich. 2021 machten weibliche Teilnehmende bereits 28 Prozent der Jagdkurse aus – ein stetiger Anstieg gegenüber den Vorjahren. An der Jagdschule Thomfohrde zählte ein aktueller Lehrgang mit 25 Absolventen neun Frauen, ein deutlicher Beleg für diesen Trend. Zwar gibt es keine klaren Daten zu den Gründen, doch Einzelbeispiele wie erfolgreiche Jägerinnen bei Wettbewerben deuten auf einen kulturellen Wandel hin.
Die Rückkehr der Wölfe in den vergangenen zehn Jahren hat zudem die Jagdpraxis nachhaltig verändert. Rehe, Wildschweine und Hasen zeigen sich vorsichtiger, ändern ihre Bewegungsmuster und Fressgewohnheiten. Das wirkt sich sowohl auf das Wildtiermanagement als auch auf die Gesundheit der Wälder aus, da Schalenwild zunehmend wertvolle Laubhölzer schädigt, die sich nicht immer durch Zäune schützen lassen. Um das ökologische Gleichgewicht zu wahren, sieht ein dreijähriger Plan nun die Bejagung von rund 100 Tieren in einem lokalen Naturschutzgebiet vor. Doch die Jagd erfüllt noch eine weitere wichtige Funktion: Blutproben von erlegtem Rehwild dienen als Frühwarnsystem für die Blauzungenkrankheit und helfen Behörden, mögliche Ausbrüche frühzeitig zu erkennen. Gesellschaftsjagden, bei denen Gruppen koordiniert Wildbestände regulieren, bleiben unverzichtbar, um die Stabilität der Wälder angesichts dieser Veränderungen zu sichern.
Der wachsende Frauenanteil in Jagdlehrgängen markiert einen langsamen, aber deutlichen Bruch mit der Tradition. Gleichzeitig unterstreichen die Rückkehr der Wölfe und die laufenden Bemühungen im Wildtiermanagement die komplexe ökologische Balance der Region. Mit neuen Akteurinnen und sich wandelnden Herausforderungen passt sich die niedersächsische Jagdkultur kontinuierlich an.