Deutschland kürzt Entwicklungshilfe – während Rüstungsausgaben explodieren
Gerdi BaumDeutschland kürzt Entwicklungshilfe – während Rüstungsausgaben explodieren
Deutschland hat seine Haushalte für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe drastisch gekürzt, während es gleichzeitig die Militärausgaben deutlich erhöht. Innerhalb der letzten fünf Jahre stiegen die Rüstungsausgaben des Landes von 47 Milliarden Euro auf über 80 Milliarden Euro – doch die Entwicklungshilfe blieb mit jährlich rund 8 bis 9 Milliarden Euro nahezu unverändert. Kritiker warnen, dass die Kürzungen bei der Hilfe die globale Instabilität verschärfen könnten, gerade in einer Zeit, in der Konflikte und Hunger weltweit zunehmen.
Zwischen 2021 und 2025 floss die deutsche Entwicklungshilfe vor allem in Länder des subsaharischen Afrikas, des Nahen Ostens und Südostasiens. Zu den wichtigsten Empfängern zählten Kenia, Nigeria, Tansania, Syrien, Jordanien, der Libanon, Bangladesch und Indonesien. Die Mittel konzentrierten sich auf die Bewältigung humanitärer Krisen, die Anpassung an den Klimawandel und die Erholung von der Pandemie. Gleichzeitig expandierte die deutsche Rüstungsindustrie: Deutschland stieg zum viertgrößten Waffenexporteur der Welt auf – noch vor China – und hält einen Marktanteil von 5,7 Prozent am globalen Waffenhandel.
Weltweit nahm das Volumen der großen Rüstungstransfers im selben Zeitraum um 9,2 Prozent zu, wobei europäische Staaten ihre Importe von Panzern, Artillerie, Kampfflugzeugen und Raketen verdreifachten. Trotz dieses Booms im Rüstungsgeschäft hat die deutsche Regierung nun die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und Nothilfe reduziert. Mathias Mogge, Generalsekretär der Organisation Welthungerhilfe, bezeichnete die Kürzungen als "mehr als problematisch" und warnte, dass Kriege und Konflikte nach wie vor die Hauptursachen für Hunger seien. Allein 2024 haben 20 Ernährungskrisen fast 140 Millionen Menschen in akute Not gebracht.
Die für die Hilfsprogramme verantwortliche Organisation betont, dass Entwicklungszusammenarbeit und Nothilfe entscheidende Investitionen in globale Stabilität und Sicherheit seien. Doch während die Militäretats steigen, droht die Kürzung der Hilfsgelder, vulnerable Regionen ohne lebenswichtige Unterstützung zurückzulassen.
Die Verschiebung der deutschen Ausgabenprioritäten fällt in eine Zeit, in der der globale Waffenhandel beschleunigt wird und der humanitäre Bedarf wächst. Mit den gekürzten Etats für Entwicklungshilfe wird sich Deutschlands Rolle bei der Unterstützung von Krisenregionen voraussichtlich verringern. Der Schritt wirft Fragen nach den langfristigen Folgen für die Stabilität in Gebieten auf, die bereits mit Konflikten, Hunger und den Auswirkungen des Klimawandels kämpfen.






