01 February 2026, 03:18

Deutschlands ehrgeiziger Plan: Eine Million Hektar Moor bis 2045 wiedervernässen

Eine detaillierte schwarz-weiße Karte von Neufundland, die geographische Merkmale wie Flüsse, Berge und Städte zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Informationen über die Region und ihre Bewohner liefert.

Deutschlands ehrgeiziger Plan: Eine Million Hektar Moor bis 2045 wiedervernässen

Deutschland treibt ehrgeizige Pläne voran, um Moore und Wälder im Rahmen seiner Klimaschutzstrategie wiederherzustellen. Bis 2045 will die Bundesregierung rund eine Million Hektar Moorfläche wiedervernässen, um die CO₂-Emissionen deutlich zu senken. Die Maßnahme könnte auch die Landwirtschaft verändern – insbesondere in Regionen wie Niedersachsen, wo Moore etwa acht Prozent der Landesfläche ausmachen.

Bisher verlaufen die Fortschritte jedoch ungleichmäßig: Anfang 2026 liegt noch keine bundesweite Gesamtzahl für renaturierte Moorflächen vor. Einige Projekte verzeichnen bescheidene Erfolge, während andere in den kommenden Jahren deutlich größere Flächen ins Visier nehmen.

Die Wiederherstellung von einer Million Hektar Moor könnte jährlich etwa 40 Millionen Tonnen CO₂ verhindern. Um dieses Ziel zu erreichen, schätzen Expert:innen, dass jährlich rund 50.000 Hektar renaturiert werden müssen. Doch dafür könnten strengere Maßnahmen nötig sein – etwa eine verpflichtende Wiedervernässung, selbst ohne Zustimmung der Grundbesitzer:innen, falls freiwillige Vereinbarungen scheitern.

Parallel zu den Moor-Projekten könnte ein Stopp der Holzschläge in 110.000 Hektar alten Buchenwäldern zusätzlich zwei Millionen Tonnen Kohlenstoff pro Jahr einsparen. Eine klimagerechtere Anpassung der Wälder könnte weitere zwei Millionen Tonnen jährliche Einsparungen bringen.

Auch finanzielle Anreize werden überprüft: Subventionen für die trockene Moorbewirtschaftung, besonders dort, wo Landwirt:innen sinnvolle Alternativen zur Renaturierung hätten, könnten schrittweise abgebaut werden. Stattdessen könnte die Paludikultur – eine nasse Bewirtschaftungsform auf Moorböden – durch wirtschaftliche Vorteile die Wiedervernässung attraktiver machen.

Niedersachsen, mit seinen ausgedehnten Moorflächen, steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Die bisherigen Projekte zeigen gemischte Ergebnisse: NABU und REWE haben 3.200 Hektar für die Wiedervernässung gesichert, während Mission to Marsh lediglich 21,3 Hektar renaturierte. In Kalkriese wurden bereits Hunderte Hektar wiedervernässt, mit dem langfristigen Ziel von 5.000 Hektar. Bundesweit sieht das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) 1,5 Millionen Hektar vor – doch nicht alle Flächen sind bisher umgesetzt.

Trotz dieser Bemühungen bleibt die Erfolgsmessung schwierig: Anfang 2026 gibt es noch keine genaue Gesamtzahl der in Deutschland erfolgreich renaturierten Hektar.

Die Wiederherstellung von Mooren und Wäldern ist ein entscheidender Schritt in der deutschen Klimastrategie. Bei vollständiger Umsetzung könnten die Maßnahmen die Emissionen um Zehnmillionen Tonnen pro Jahr reduzieren. Doch ob das Ziel bis 2045 erreicht wird, hängt davon ab, ob Hindernisse wie Widerstand von Grundbesitzer:innen oder ungleichmäßige Fortschritte in den Regionen überwunden werden.

Mit Niedersachsen und anderen moorreichen Gebieten vor großen Anpassungen wird sich in den kommenden Jahren zeigen, ob freiwillige Programme, wirtschaftliche Anreize oder verbindliche Vorgaben am wirksamsten sind.