01 January 2026, 11:27

Deutschlands Fernsehtürme kämpfen um Überleben – wer rettet den „Ginnheimer Spargel“?

Mehrere Gebäude sind zu sehen, einige davon scheinen eingestürzt zu sein.

Deutschlands Fernsehtürme kämpfen um Überleben – wer rettet den „Ginnheimer Spargel“?

Deutschlands ikonische Fernsehtürme – einst beliebte Attraktionen, heute mit ungewisser Zukunft

Die einst von Besuchern frequentierten Telekommunikationstürme Deutschlands stehen vor einer unsicheren Zukunft. Viele dieser Bauwerke, darunter Frankfurts 338 Meter hoher "Ginnheimer Spargel", mussten wegen hoher Instandhaltungskosten und technologischem Wandel schließen. Nur noch eine Handvoll ist für die Öffentlichkeit zugänglich – ihre Rettung hängt von Finanzierung und Zusammenarbeit zwischen Städten, Bundesländern und dem Bund ab.

Der "Ginnheimer Spargel" im Frankfurter Stadtteil Ginnheim war einst ein Wahrzeichen mit Drehrestaurant und Nachtclub. Heute steht er leer, seine Zukunft ist ungewiss. Eine Machbarkeitsstudie bezifferte die Sanierungskosten auf 50 Millionen Euro, wobei der Bund die Hälfte übernehmen würde – vorausgesetzt, das Land Hessen und die Stadt Frankfurt bringen den gleichen Betrag auf. Doch Streitigkeiten über die Finanzierung blockieren das Vorhaben, und die Bundeszusage läuft Ende 2025 aus.

Das Problem beschränkt sich nicht auf Frankfurt. Während Türme in Hamburg und Dresden bald wieder öffnen sollen – ebenfalls mit Bundes-Förderung in Höhe der Hälfte der Kosten –, bleiben andere wie der Kölner "Colonius" oder das Nürnberger "Nürnberger Ei" wegen Geldmangels geschlossen. Kölns Oberbürgermeister zeigte zwar Interesse an einer Wiederbelebung des städtischen Turms, konkrete Pläne gibt es jedoch noch nicht. Nur vier Türme in Deutschland empfangen noch Besucher: der Fernsehturm am Berliner Alexanderplatz, der Düsseldorfer Rheinturm, der Dortmunder Florianturm und der Stuttgarter Frauenkopf. Auch der Olympiapark-Turm in München wird derzeit saniert.

Die meisten dieser Bauwerke wurden mit Aussichtsplattformen, Restaurants oder Clubs konzipiert und waren einst beliebte Ausflugsziele. Doch verschärfte Sicherheitsvorschriften und hohe Unterhaltungskosten machen sie zunehmend unwirtschaftlich. Zudem hat der Wechsel von der Signalübertragung per Turm zu Glasfaserkabeln und Satelliten die Einnahmen weiter geschmälert. Ohne zahlende Mieter sind viele Türme nun auf öffentliche Mittel oder private Investoren angewiesen. Die DFMG, eine Tochter der Deutschen Telekom, verwaltet den Großteil dieser Anlagen, findet jedoch kaum nachhaltige Lösungen.

Das Schicksal der geschlossenen Fernsehtürme Deutschlands hängt davon ab, ob rechtzeitig gemeinsame Finanzierungen gesichert werden. Ohne Einigung zwischen Kommunen, Ländern und Bund könnten Bauwerke wie der "Ginnheimer Spargel" dauerhaft geschlossen bleiben. Bis dahin bleiben nur wenige Türme geöffnet, während andere auf Sanierungen warten – oder für immer ihre Türen schließen.