10 January 2026, 02:47

Digitaler Rundgang enthüllt vergessene NS-Geschichte am VfL-Stadion Osnabrück

Eine Stadion-Szene mit Gruppen von Menschen, einigen, die ein Spiel spielen, Eisengittern, Fahnen an Stangen, Bildschirmen, Tafeln, Gebäuden, Lichtträgern und einem Himmel-Hintergrund.

Digitaler Rundgang enthüllt vergessene NS-Geschichte am VfL-Stadion Osnabrück

Ein neuer digitaler Rundgang bringt die lokale NS-Geschichte rund um das Bremer-Brücke-Stadion von VfL Osnabrück zum Leben. Entwickelt von Schüler:innen und Expert:innen, nutzt das Projekt den Fußball als Tor zur Vergangenheit. Die Tour verbindet historische Fotos, Audioaufnahmen und acht zentrale Orte, um vergessene Geschichten aus den 1930er- und 1940er-Jahren zu erzählen.

Die Idee zu HistoryTrail – NS-Zeit rund um das Bremer-Brücke-Stadion entstand im Rahmen eines Schulprojekts. Zwölf Schüler:innen des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums arbeiteten gemeinsam mit Pädagog:innen und Historiker:innen an dem Rundgang, der Teil der Initiative „Rot gegen das Vergessen – Erinnerungswege schaffen“ ist. Ihr Ziel: Junge Menschen über die lokale Fußballgeschichte mit der NS-Zeit zu verbinden.

Am Projekt beteiligt waren Historiker wie Michael Schwarz und Christian Schwarz, der Clubarchivar von VfL Osnabrück. Die Medienpädagogin Sandra Rölke koordinierte die Arbeiten, während der Digitaldesigner Lukas Meyer und der UX-Spezialist Felix Berger die interaktiven Elemente gestalteten. Unterstützt wurden sie von Toningenieur Tobias Klein, der Kommunikationsreferentin Julia Weber sowie weiteren Forscher:innen und Archivar:innen. Gefördert wurde das Vorhaben von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ (EVZ) und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Rahmen des Programms „JUGEND erinnert – lokal & engagiert“. Weitere Unterstützung kam vom VfL-Museum, dem Büro für Friedenskultur der Stadt Osnabrück und lokalen Fangruppen. Herausgekommen ist eine Tour mit acht Stationen, die am Stadion beginnt. Nutzer:innen können sich kurze Audioerklärungen anhören und Archivbilder betrachten. Thematisiert werden unter anderem die instrumentalisierung des Sports für NS-Propaganda, die Verfolgung von Martha Müller sowie die Geschichte Egon Kuhns, einer lokalen Persönlichkeit, die sich der NS-Ideologie anschloss. Jede Station zeigt auf, wie die Epoche die Stadt und ihre Fußballgemeinschaft prägte.

Der Rundgang steht nun der Öffentlichkeit zur Verfügung und bietet eine neue Möglichkeit, sich mit Osnabrücks Vergangenheit auseinanderzusetzen. Durch den Fokus auf lokale Geschichten und die Umgebung des Stadions regt das Projekt besonders junge Menschen an, sich mit Geschichte zu beschäftigen. Die Macher:innen hoffen, dass er Gespräche über Erinnerung, Verantwortung und die Rolle des Fußballs in der Gesellschaft anstoßen wird.