05 February 2026, 05:26

Doppelt so viele Menschen brauchen Hilfe: Tafeln in Deutschland am Limit

Ein altes deutsches Banknoten mit einer Vogeldarstellung und der Aufschrift 'Deutsche Bank und Disconto-Gefellichaft Berlin'.

Doppelt so viele Menschen brauchen Hilfe: Tafeln in Deutschland am Limit

Tafeln in ganz Deutschland stehen unter wachsendem Druck, da die Nachfrage nach Unterstützung stark ansteigt. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der Menschen, die auf diese Hilfe angewiesen sind, verdoppelt – auf über drei Millionen. Steigende Lebenshaltungskosten, Inflation und die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs haben immer mehr Haushalte in Not gebracht.

Noch im Jahr 2021 waren rund 1,5 Millionen Menschen auf die Tafeln angewiesen. Bis 2025 stieg diese Zahl auf über drei Millionen – mit einem besonders deutlichen Anstieg seit 2022. Explodierende Energiepreise, hohe Lebensmittelinflation und die Nachwehen der Pandemie machen es vielen schwer, sich das Nötigste leisten zu können. Renten und Löhne konnten nicht mithalten, sodass immer mehr Familien auf Unterstützung angewiesen sind.

Die drei Tafeln in Norddeutschland kommen bisher noch ohne größere Kapazitätsengpässe aus. Doch ihre Arbeit ist komplexer geworden. In Schneverdingen erhalten etwa 450 bis 500 Menschen aus 170 Gemeinden Hilfe – die größte Gruppe stellen dabei Syrer. Die Tafel in Munster unterstützt rund 300 Menschen aus 140 bis 150 Gemeinden, wobei Ukrainer fast die Hälfte der Hilfsbedürftigen ausmachen. In Soltau entfallen ebenfalls 40 bis 50 Prozent der Empfänger auf Ukrainer.

Supermärkte setzen zunehmend Algorithmen und KI ein, um Überschussware zu verwalten – was sich darauf auswirkt, wie viel davon bei den Tafeln ankommt. Während einige Standorte noch zurechtkommen, mussten andere wegen der überwältigenden Nachfrage ihre Ausgaben reduzieren.

Die Belastung der Tafeln spiegelt die größeren wirtschaftlichen Herausforderungen wider: Inflation und Energiepreise treffen besonders einkommensschwache Gruppen. Da die Nachfrage weiter steigt, müssen die Hilfsangebote sich anpassen, um sicherzustellen, dass die Lebensmittel diejenigen erreichen, die sie am dringendsten brauchen. Die Situation zeigt die wachsende Kluft zwischen Lebenshaltungskosten und Einkommen in vielen Haushalten.