Dulger warnt vor Kollaps: Gesundheitssystem braucht dringend radikale Reformen
Alex TintzmannDulger warnt vor Kollaps: Gesundheitssystem braucht dringend radikale Reformen
Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), hat Alarm wegen der Finanzierung des deutschen Gesundheitssystems geschlagen. Er warnt vor einer drohenden Finanzkrise, falls nicht dringend Reformen umgesetzt werden. Seine Vorschläge umfassen tiefgreifende Änderungen bei den Beitragszahlungen, den Verwaltungskosten und der Finanzierung der Leistungen.
Dulger wies darauf hin, dass der Staat derzeit monatlich 140 Euro pro Person an die Krankenkassen zahlt, wodurch ein jährliches Defizit von rund 10 Milliarden Euro entsteht. Er forderte einen sofortigen Ausgabenstopp, um die steigenden Kosten für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu bremsen. Gleichzeitig rief er die Bundesregierung auf, die Krankenversicherungsbeiträge für Bürgergeld-Empfänger auf 140 Euro pro Person und Monat anzuheben.
Der BDA-Chef setzte sich zudem für die Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern ein – eine Maßnahme, die seiner Einschätzung nach dem System etwa 3 Milliarden Euro sparen würde. Er kritisierte, dass das deutsche Gesundheitssystem, das teuerste Europas, keine Leistung bietet, die seinem Preis entspricht. Zudem bezeichnete er die jährlich 26 Milliarden Euro an Verwaltungskosten als überhöht.
Um die Effizienz zu steigern, schlug Dulger vor, Überkapazitäten in Krankenhäusern abzubauen und finanzielle Anreize für bessere Leistungen einzuführen. Darüber hinaus regte er an, nicht versicherungsbezogene Leistungen künftig aus Steuermitteln statt aus Sozialabgaben zu finanzieren. Diese Empfehlungen kommen vor dem Bericht der Gesundheitsfinanzkommission, der am Montag der Bundesregierung vorgelegt werden soll.
Die vorgeschlagenen Reformen zielen darauf ab, die Finanzen des Gesundheitssystems durch Einsparungen und eine Neuordnung der Finanzierungsstrukturen zu stabilisieren. Bei Umsetzung könnten sie die Belastung für das System und die Beitragszahler verringern. Die weiteren Schritte der Regierung hängen vom anstehenden Kommissionsbericht ab.






