EEG-Auslauf 2026: Droht Deutschlands Energiewende jetzt der Stillstand?
Gerdi BaumEEG-Auslauf 2026: Droht Deutschlands Energiewende jetzt der Stillstand?
Deutschlands Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) läuft Ende 2026 aus – und wirft Fragen zur Zukunft der Förderung grüner Energien auf. Ein aktueller Expertenbericht betont die Dringlichkeit funktionsfähiger Mechanismen, um den Ausbau der Erneuerbaren über dieses Datum hinaus zu sichern. Minister aus Schlüsselbundesländern haben sich nun zu Wort gemeldet und fordern klarere politische Weichenstellungen, um Rückschläge bei den Klimazielen und steigende Energiepreise zu vermeiden.
Das EEG war jahrzehntelang das Rückgrat des deutschen Ökostrom-Ausbaus. Ohne es drohen nach Ansicht von Branchenvertretern Planungsunsicherheiten für Solar-, Wind- und Biomasseprojekte. Allein im vergangenen Jahr genehmigte Niedersachsen 807 Windräder, die über 5,1 Gigawatt zusätzliche Leistung ins Netz einspeisten.
Christian Meyer, Energieminister in Niedersachsen, argumentiert, dass der Ausbau der Erneuerbaren direkt zu sinkenden Strompreisen im ganzen Land führe. Er kritisierte Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche scharf, weil diese den Bau neuer Gaskraftwerke vorantreibe, während Netz- und Ökostromprojekte auf der Strecke blieben. Meyer setzt sich stattdessen für Differenzverträge (Contracts for Difference) ein, die Investoren die langfristige Planungssicherheit geben sollen, die sie für neue Vorhaben benötigen.
Die bisherigen Entwurfsvorschläge stoßen jedoch auf Kritik, weil sie kleinere Projektentwickler vernachlässigen. Tobias Goldschmidt, Energiewendeminister in Schleswig-Holstein, betonte, dass die Zeit nach 2026 entscheidend sei – nicht nur für die Klimaziele, sondern auch für Arbeitsplätze und regionale Wirtschaftskraft. Der Bericht empfiehlt zudem, die Förderung für private Solardachanlagen zu verlängern, damit Haushalte weiterhin von Anreizen für saubere Energie profitieren.
Angesichts des drohenden EEG-Auslaufs drängen Länder und Wirtschaftsverbände auf schnelle Lösungen, um einen Einbruch beim Ökostrom-Ausbau zu verhindern. Geplante Differenzverträge und die Weiterführung von Solar-Förderungen sollen die Branche stabilisieren. Doch warnen Verantwortliche: Zögert die Politik zu lange, könnte dies die Energiewende in Deutschland ausbremsen – und die Verbraucher mit höheren Kosten belasten.






