Emden baut Europas größte Wasserstofffabrik – und spart 650.000 Tonnen CO₂ jährlich
Alex TintzmannEmden baut Europas größte Wasserstofffabrik – und spart 650.000 Tonnen CO₂ jährlich
An der norddeutschen Küste entsteht ein großes Projekt für grünen Wasserstoff
In Emden nimmt an der Nordseeküste Deutschlands eine der größten Wasserstoffproduktionsanlagen Europas Gestalt an: das Clean Hydrogen Coastline-Werk des Energieunternehmens EWE. Die Bauarbeiten begannen Ende 2025, die Produktion soll bis Ende 2027 anlaufen.
Im Juli 2024 traf EWE die finale Investitionsentscheidung für die 320-Megawatt-Anlage und investiert über 800 Millionen Euro in das Vorhaben. Nach der Inbetriebnahme wird die Anlage jährlich eine Terawattstunde Wasserstoff erzeugen – das entspricht einer Milliarde Kilowattstunden. Dadurch könnten die CO₂-Emissionen um bis zu 650.000 Tonnen pro Jahr sinken, vor allem in der Industrie und im Schwerlastverkehr.
Kernstück der Anlage ist eine Elektrolyse-Einheit mit einem speziellen Wasseraufbereitungssystem. EWE hat den Auftrag für eine mehrstufige Membrananlage an Osmo Membrane Systems vergeben. Das System reduziert durch wassersparende Verfahren den Chemikalien- und Energieverbrauch und minimiert gleichzeitig das Abwasservolumen. Osmo begleitet das Projekt von der Planung und Ingenieursleistung bis hin zu Installation und Inbetriebnahme.
Zudem hat EWE den Auftrag für drei Wasserstoffkompressoren an Neuman & Esser vergeben, um den Gastransport innerhalb der Anlage effizient zu gestalten. Der produzierte grüne Wasserstoff soll nicht nur vor Ort genutzt werden, sondern auch zur Dekarbonisierung der Industrie beitragen. Eine Absichtserklärung mit ArcelorMittal sieht vor, dass ab 2028 die Stahlproduktion in Bremen mit Wasserstoff aus Emden versorgt wird.
Die Anlage in Emden ist ein wichtiger Meilenstein für die europäische Wasserstoffinfrastruktur. Mit dem Produktionsstart Ende 2027 wird sie saubere Energie für Schwerindustrie und Transport bereitstellen. Die Dimension des Projekts und die beteiligten Partner unterstreichen seine Bedeutung für die Reduzierung industrieller CO₂-Emissionen.