Experten fordern: Ökosysteme müssen als kritische Infrastruktur gelten
Catrin KabusExperten fordern: Ökosysteme müssen als kritische Infrastruktur gelten
Ein Expertengremium fordert dringende Reformen bei der Definition und dem Schutz kritischer Infrastruktur. Die Fachleute argumentieren, dass natürliche Ökosysteme rechtlich als unverzichtbar für die nationale Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität anerkannt werden müssen. Die Empfehlungen zielen darauf ab, bestehende Schutzlücken bei Seen, Wäldern und Mooren zu schließen.
Bisher umfasst kritische Infrastruktur vor allem vom Menschen geschaffene Systeme wie Straßen, Schienennetze und Energienetze. Das Gremium warnt, dass der Ausfall dieser Systeme zu schweren Versorgungsengpässen und anderen Krisen führen kann. Gleichzeitig betonen die Experten, dass Ökosysteme als essenzielle Puffer gegen Hitzewellen, Pandemien und Extremwetterereignisse fungieren.
Die Fachleute schlagen vor, natürliche Infrastruktur rechtlich als kritisch einzustufen und unter besonderen Schutz zu stellen. Zudem empfehlen sie, das Bewusstsein für Umweltrisiken in die militärische Ausbildung zu integrieren. Der Nationale Sicherheitsrat wird aufgefordert, den Schutz dieser natürlichen Ressourcen priorisiert voranzutreiben.
Um den Schutz zu stärken, rät das Gremium zu einer bundesweiten Erfassung wichtiger Naturgebiete. Frühwarnsysteme für die Degradation von Ökosystemen sollten entwickelt werden. Darüber hinaus heben die Experten die Notwendigkeit von Investitionen in erneuerbare Energien und den öffentlichen Nahverkehr hervor, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Entwicklungspolitische Maßnahmen sollten lokale Initiativen zum Schutz von Ökosystemen unterstützen, um langfristige Widerstandsfähigkeit zu gewährleisten.
Die vorgeschlagenen Änderungen würden die Definition kritischer Infrastruktur um natürliche Systeme erweitern. Dieser Wandel zielt darauf ab, den Schutz vor Umweltbedrohungen und wirtschaftlichen Störungen zu verbessern. Die Empfehlungen fördern zudem den Übergang zu erneuerbaren Energien und eine stärkere lokale Führung in der Bewirtschaftung von Ökosystemen.
