FDP vor Machtkampf: Dürr gegen Höne beim Bundesparteitag
Die Freie Demokratische Partei (FDP) bereitet sich auf einen internen Führungsstreit bei ihrem Bundesparteitag Ende Mai vor. Der amtierende Vorsitzende Christian Dürr wird für eine weitere Amtszeit kandidieren, doch nun stellt sich mit Henning Höne ein Herausforderer in den Weg. Zudem hat der gesamte Bundesvorstand der Partei – einschließlich Dürr – angekündigt, vor der Abstimmung kollektiv zurückzutreten.
Dürr wirbt in seinem Wahlkampf mit Optimismus und marktwirtschaftlichen Lösungen. Er betont, die FDP müsse die heutigen wirtschaftlichen Sorgen angehen – ganz so, wie sie frühere Herausforderungen stets mit liberalen Antworten bewältigt habe. Seine Vision steht im Kontrast zu früheren Kurswechseln der Partei, etwa den Freiburger Thesen von 1971, die den sozialen Liberalismus stärkten und die progressiven Reformen von Bundeskanzler Willy Brandt unterstützten. Damals prägten Persönlichkeiten wie Walter Scheel – später Außenminister und Bundespräsident – die FDP als Kraft des gesellschaftlichen Wandels.
1977 markierten die Kieler Thesen eine erneute Wende, diesmal hin zum wirtschaftsliberalen Kurs, um dem zu begegnen, was die Partei als überzogene linke Politik unter der SPD ansah. Jetzt will Dürr diese marktwirtschaftliche Ausrichtung wiederbeleben – als passende Antwort auf die aktuellen Herausforderungen.
Nicht alle Vorstandsmitglieder ziehen sich endgültig zurück: Dürr und andere werden erneut kandidieren, was den Wettbewerb mit Höne verschärft. Der Parteitag wird entscheiden, ob die FDP an Dürrs Kurs festhält oder unter seinem Rivalen einen neuen Weg einschlägt.
Die anstehende Vorstandswahl wird die Zukunft der FDP prägen. Während Dürr auf Wirtschaftsliberalismus setzt, bietet Höne eine Alternative. Das Ergebnis wird zeigen, wie sich die Partei im Vorfeld des nächsten politischen Zyklus positioniert.






