Finanzkrise in Apotheken: Drohen bundesweit Medikamenten-Engpässe durch Schließungswelle?
Herbert RennerFinanzkrise in Apotheken: Drohen bundesweit Medikamenten-Engpässe durch Schließungswelle?
Apotheken in ganz Deutschland stecken in einer eskalierenden Finanzkrise – nun fordert der Landesapothekerverband Niedersachsen (LAV) dringend Gegenmaßnahmen. Die Vereinigung ruft die Bundesregierung auf, die längst überfällige Erhöhung der Festbeträge für Apothekenleistungen umzusetzen. Andernfalls drohten bundesweit Versorgungsengpässe bei Medikamenten, warnt der Verband.
Die finanzielle Belastung der Apotheken hat sich nach Jahren stagnierender Förderung weiter verschärft. Rund 18 Prozent aller deutschen Apotheken mussten in den vergangenen zehn Jahren schließen – allein 2024 waren es 578. Die Folge: Immer mehr Patient:innen müssen weite Wege in Kauf nehmen, um Rezeptmedikamente abzuholen oder fachkundige Beratung zu erhalten.
Das Bundesgesundheitsministerium hat zwar die Krise anerkannt, die angekündigten Anpassungen der Vergütungssätze aber noch nicht umgesetzt. Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi (SPD) zeigte sich besorgt über die Lage, konkrete Schritte blieben jedoch aus. Berend Groeneveld, Vorsitzender des LAV, warnte: Ohne sofortige finanzielle Aufstockung werde die Schließungswelle anhalten – mit gravierenden Folgen für die flächendeckende Gesundheitsversorgung.
Der Verband betont, dass Apotheker:innen planungssichere Einnahmen benötigten, um den Betrieb aufrechtzuerhalten und neue Leistungen anzubieten. Sollten die im Koalitionsvertrag vereinbarten Gebührenanpassungen weiter auf sich warten lassen, will der LAV die Öffentlichkeit über die drohenden Konsequenzen informieren – darunter weitere Apotheken-Schließungen und Engpässe bei der Arzneimittelversorgung.
Die Verzögerung bei der Gebührenreform verschärft eine ohnehin prekäre Situation. Ohne rasches Handeln könnten weitere Apotheken dichtmachen, was für Patient:innen längere Anfahrtswege zu lebenswichtigen Leistungen bedeutet. Der LAV macht deutlich: Jetzt ist Handeln gefragt, um bleibende Schäden für das deutsche Gesundheitssystem abzuwenden.






