Flugticketsteuer sinkt ab Juli – doch Passagiere zahlen trotzdem mehr
Catrin KabusFlugticketsteuer sinkt ab Juli – doch Passagiere zahlen trotzdem mehr
Deutschland senkt Flugticketsteuer ab 1. Juli 2023, um angeschlagene Airlines und Flughäfen zu entlasten
Mit der Maßnahme soll verhindert werden, dass der Sektor weiter an Boden gegenüber ausländischen Konkurrenten verliert. Doch wegen steigender Kosten an anderer Stelle müssen Reisende weiterhin mit höheren Ticketpreisen rechnen, warnen Behördenvertreter.
Anja Karliczek, Vorsitzende des Tourismusausschusses des Bundestags, bestätigte die Steuerermäßigung. Sie betonte jedoch, dass diese allein die explodierenden Kerosinpreise, die durch die Energiekrise getrieben werden, nicht ausgleichen könne. Airlines in ganz Europa kämpften mit diesen Kosten, die sie als "Marktrealität" und nicht als Wettbewerbsverzerrung bezeichnete.
Karliczek räumte den enormen Druck auf die Reisebranche ein. Sie unterstrich die Notwendigkeit, dass Deutschland attraktive Drehkreuze für sowohl Geschäfts- als auch Tourismusreisen erhalten müsse. Ohne wettbewerbsfähige Preise und effiziente Verbindungen drohten deutsche Flughäfen weiter zurückzufallen, warnte sie.
Die Steuersenkung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Airlines ihre Tarife an die gestiegenen Spritkosten anpassen. Karliczek machte deutlich, dass die Ticketpreise trotz der staatlichen Hilfsmaßnahme weiter steigen werden. Die Reduzierung der Luftverkehrssteuer werde als erster Schritt gesehen, stelle aber keine vollständige Lösung für die Herausforderungen der Branche dar.
Die Steuerentlastung tritt am 1. Juli in Kraft und bringt Airlines und Passagieren eine gewisse Erleichterung. Da die Kerosinpreise jedoch hoch bleiben, wird das Fliegen insgesamt teuer bleiben. Die Entscheidung der Regierung zeigt zwar Anerkennung für die Schwierigkeiten der Branche, beseitigt aber nicht die grundlegenden finanziellen Belastungen.






