08 February 2026, 15:26

Geisterparade feiert 35 Jahre mit Protest gegen Kölner Wohnungsnot

Ein Totentag-Umzug in Mexiko-Stadt zeigt eine zentrale Skelettstatue mit Blumen und Kreuz, umgeben von Menschen mit Schirmen, die gehen oder sitzen, sowie Gebäuden, Bäumen und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Geisterparade feiert 35 Jahre mit Protest gegen Kölner Wohnungsnot

Kölner Geisterparade feiert 35. Jubiläum mit Protest und Fest in Köln

Tausende zogen durch das Kölner Viertel Nippes, um bei der 35. Auflage der Geisterparade politische Forderungen mit aufwendigen Kostümen und Performances zu verbinden. In diesem Jahr stand die Kölner Veranstaltung ganz im Zeichen der Wohnungsnot in der Stadt – eine Tradition, die einst als Antikriegsdemonstration begann.

Die Parade wurde 1991 von Erich Hermans als Protest gegen den Golfkrieg ins Leben gerufen. Mittlerweile hat sie sich zu einem politischen Nachtkarneval entwickelt, der jedes Jahr durch wechselnde Kölner Stadtteile zieht. Anders als klassische Umzüge verzichtet sie auf Fahrzeuge und Süßigkeiten und setzt stattdessen auf Aktivismus und kreative Ausdrucksformen.

Das diesjährige Motto "Allerhööchste Zick för en andere Wohnungspolitik – mer können nit all em Kölner Dom schlofe" spiegelte die wachsende Sorge über explodierende Mieten wider. Viele Teilnehmer gestalteten ihre Kostüme passend zum Thema, gesellten sich aber auch zu traditionellen Figuren wie Geistern, Hexen und den riesigen Tierpuppen, den "Schnappviechern". Besonders auffällig war ein gewaltiger Tintenfisch aus Plastikflaschen.

Hermans, verkleidet als "Ähzebär" (ein mythisches bärenähnliches Wesen), führte den Kölner Umzug an und spielte dabei auf einem selbstgebastelten "Rummelpot"-Instrument. Die Veranstaltung blieb ihren Wurzeln als Protest treu, endete aber mit einem ausgelassenen Fest im Kölner Kulturzentrum Odonien, begleitet von Musik und Darbietungen. Die Organisatoren luden alle ein mitzumachen – unter einer Bedingung: Wählt eine Sache und feiert sie!

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Die Geisterparade bleibt eine einzigartige Mischung aus Protest und Spektakel in Köln. Jahr für Jahr thematisiert sie brennende gesellschaftliche Fragen – von Krieg bis Wohnungsnot – und vereint Tausende zu einer Nacht des kreativen Widerstands. Die diesjährige Ausgabe unterstrich einmal mehr ihre Rolle als kulturelle Tradition und Plattform für politischen Aktivismus in der Stadt.