Gewerkschaft warnt: Soziale Spaltung in Deutschland droht den Zusammenhalt zu zerstören
Herbert RennerGewerkschaft warnt: Soziale Spaltung in Deutschland droht den Zusammenhalt zu zerstören
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in der Region Leipzig-Halle-Dessau hat eine dringende Warnung vor der wachsenden sozialen Spaltung in Deutschland ausgesprochen. Nach Angaben der Gewerkschaft treiben die aktuellen politischen Rahmenbedingungen die Gesellschaft an den Rand des Zusammenbruchs – immer mehr Vollzeitbeschäftigte kämpfen damit, grundlegende Ausgaben wie Miete, Sprit und Lebensmittel zu bestreiten.
Besonders deutlich wird der Kontrast laut NGG in Halle (Saale): Während dort 42 Einkommensmillionäre leben, arbeiten rund 102.300 Menschen in Handel, Industrie und Dienstleistung. Die Gewerkschaft kritisiert, dass Arbeit im Vergleich zu Vermögen unverhältnismäßig hoch besteuert werde, und spricht von einer "Steuerverrücktheit". Ein durchschnittliches Arbeitnehmerpaar gebe etwa 43 Prozent seines Einkommens für Steuern und Sozialabgaben aus, während Kapitalerträge pauschal mit nur 25 Prozent besteuert würden.
Diese Schieflage ermögliche es einer kleinen Elite, durch Börsengewinne und Dividenden mühelos reich zu werden. Gleichzeitig werde die arbeitende Bevölkerung "ausgepresst", so die NGG, während sich die Kluft zu den Spitzenverdienern weiter vergrößere. Die Gewerkschaft warnt, dass die gesellschaftlichen Spannungen durch diese Ungleichheiten immer weiter zunehmen.
Um gegenzusteuern, fordert die NGG einen radikalen Kurswechsel in der Politik. Sie drängt die Gesetzgeber zu Reformen bei Steuern, Renten und Gesundheitsversorgung, um die Ungleichheit einzudämmen. Zudem verlangt die Gewerkschaft die Abschaffung des Ehegattensplittings – dies würde Jobs für Frauen attraktiver machen und veraltete Rollenbilder aufbrechen, argumentiert sie.
Die Warnungen der NGG kommen zu einer Zeit, in der viele Vollzeitbeschäftigte trotz fester Anstellung finanziell an ihre Grenzen stoßen. Die Gewerkschaft betont: Ohne grundlegende politische Veränderungen werde sich die Scheere zwischen Arm und Reich weiter öffnen. Ihre Vorschläge zielen darauf ab, ein gerechteres System für die arbeitende Bevölkerung in ganz Deutschland zu schaffen.






