23 February 2026, 21:21

Göttingen erlaubt erstmals den Ruf des Muezzins zum Ramadan 2026

Eine Gruppe von Menschen marschiert mit einem Banner, auf dem "Klimaziele Abschaffen - Wie wagst du es?" steht, eine Straße entlang. Einige halten Schirme und einer verwendet ein Megafon, vor dem Hintergrund von Laternenmasten, Schildern, Bäumen, Gebäuden mit Fenstern, einem Kran und einem klaren blauen Himmel.

Göttingen erlaubt erstmals den Ruf des Muezzins zum Ramadan 2026

Göttingens DITIB-Muslimgemeinschaft lässt erstmals am 24. Februar 2026 den Ruf des Muezzins erklingen. Der Anlass markiert das Fastenbrechen zum Ramadan und folgt auf monatelange Gespräche unter örtlichen Religionsvertretern. Bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung am 17. März haben Anwohner die Möglichkeit, Fragen zu stellen und ihre Meinung zur Entscheidung zu äußern.

Der Plan, den Gebetsruf auszustrahlen, wurde erstmals am 'Runden Tisch der Religionen' der Stadt thematisiert, einem Forum, in dem Vertreter verschiedener Glaubensgemeinschaften zusammenkommen. Die DITIB-Gemeinde betont, dass die Praxis transparent, innerhalb vereinbarter Regelungen und mit Rücksicht auf die Öffentlichkeit umgesetzt werde.

Ali Serkan Şahbaz, Sprecher der DITIB-Gemeinschaft, stellte klar, dass der Ruf des Muezzins eine religiöse Tradition und keine politische Aussage sei. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der die Debatte in Deutschland an Fahrt aufnimmt: Städte wie Raunheim in Hessen haben den Gebetsruf bereits dauerhaft eingeführt. 2025 hatten Äußerungen von Friedrich Merz zum Thema Kritik von Antiextremismus-Gruppen hervorgerufen, fanden aber Unterstützung bei Politikern wie Dobrindt und Spahn – ein Zeichen für die gespaltene Meinungslage.

Lokale Verantwortungsträger zeigen sich mehrheitlich befürwortend. Bürgermeisterin Petra Broistedt verwies auf den Schutz der Religionsfreiheit im Grundgesetz, der auch ihre sichtbaren und hörbaren Ausprägungen einschließe. Jaqueline Jürgenliemk, Vorsitzende der Göttinger jüdischen Gemeinde, begrüßte den Schritt als Chance, Vertrauen und Akzeptanz zu stärken. Dechant Wigbert Schwarze von der katholischen Kirche mahnte zum Dialog statt zur Spaltung, während der evangelische Superintendent Dr. Frank Uhlhorn betonte, dass öffentlicher Raum religiösen Praktiken innerhalb klarer Regeln Raum geben solle.

Um Bedenken auszuräumen und die Entscheidung zu erläutern, hat die DITIB-Gemeinde Informationsveranstaltungen organisiert. Bei der anstehenden Diskussion im Weststadtzentrum werden Şahbaz, Dilek Aydın und Erzdechant Schwarze anwesend sein und den Bürgern eine direkte Austauschmöglichkeit bieten.

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Der Ruf des Muezzins wird in Göttingen ab dem 24. Februar 2026 als Teil der Ramadan-Bräuche zu hören sein. Weitere öffentliche Gespräche, darunter die Veranstaltung am 17. März, sollen für Transparenz sorgen und Fragen aus der Bevölkerung aufgreifen. Die Entscheidung spiegelt die anhaltende Diskussion über religiöse Ausdrucksformen im öffentlichen Raum Deutschlands wider.