Grüne fordern radikale Kehrtwende in der Klimapolitik nach Rekordhitze
Alex TintzmannGrüne fordern radikale Kehrtwende in der Klimapolitik nach Rekordhitze
Die Grünen haben die Bundesregierung nach einer rekordverdächtigen Hitzewelle aufgefordert, ein neues Klimaschutzprogramm auf den Weg zu bringen. Die klimapolitische Sprecherin der Partei, Lisa Badum, kritisierte die Klimapolitik der SPD scharf und forderte umgehende Nachbesserungen.
Carsten Schneider (SPD) hatte kürzlich in einem Zeitungsinterview steigende Temperaturen als ernsthaftes wirtschaftliches Risiko bezeichnet. Er verwies dabei auf die schweren Schäden, die Hitzewellen der Wirtschaft zufügen – insbesondere durch Wassermangel.
Badum entgegnete der dts-Nachrichtenagentur, Schneider müsse seine Klimapläne endlich an die Realität anpassen. Zwar begrüßte sie, dass er die wirtschaftlichen Folgen extremer Hitze anerkenne, doch bestehe sie darauf, das bestehende Programm grundlegend zu überarbeiten. Zudem warnte sie, dass die SPD mit der Zustimmung zum Gebäudeenergiegesetz die Klimaziele verfehlen werde.
Ihrer Ansicht nach wäre es verfassungswidrig, Öl- und Gasheizungen über das Jahr 2045 hinaus zuzulassen. Badum betonte außerdem, dass die aktuelle Hitzewelle aufgrund der Klimakrise vier Grad intensiver ausfalle als ohne sie. Sie erwartet von Schneider, das Programm gerechter und wirksamer zu gestalten – wie es angeblich auch seine eigenen Experten fordern.
Der Vorstoß der Grünen für ein überarbeitetes Klimaschutzprogramm erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über Extremwetter. Schneiders Eingeständnis der wirtschaftlichen Risiken durch Hitzewellen erhöht den Druck auf eine Anpassung der Politik. Badums Forderungen spiegeln die breiter werdenden Rufe nach entschlossenerem und schnellerem Klimaschutz wider.
