Habeck zerpflückt FDP vor Kubickis Alleingang als Parteichef
Grünen-Chef Robert Habeck kritisiert FDP vor Parteitagswahl
Der Co-Vorsitzende der Grünen, Robert Habeck, hat die Freie Demokratische Partei (FDP) vor deren anstehender Vorstandswahl scharf kritisiert. Im Gespräch mit dem Spiegel warnte er, Wolfgang Kubicki, der einzige Kandidat für den Parteivorsitz, sei nicht der richtige Mann, um die FDP neu auszurichten. Habeck bedauerte zudem die aktuelle Entwicklung der Liberalen und bezeichnete sie als „verpasste Chance für eine moderne liberale Politik“.
Am Samstag wird die FDP auf ihrem Bundesparteitag einen neuen Vorsitzenden wählen. Kubicki, ein erfahrener Politiker, tritt als einziger Bewerber an. Habeck räumte ein, dass Kubickis Führungsstil zwar kurzfristig Unterstützung mobilisieren könnte – etwa durch Wähler, die sich von der AfD oder der Union abwenden. Langfristig werde dieser Ansatz jedoch scheitern, eine starke liberale Kraft zu schaffen, wie sie Deutschland brauche.
Habeck betonte, das Land benötige eine „echte liberale Kraft“ und sprach von einem „klaffenden Vakuum“ im Parteiensystem. Die eigentliche Lücke liege nicht zwischen Union und AfD, sondern „im Herzen unserer Demokratie“. Trotz seiner Bedenken unterstrich er die Bedeutung einer handlungsfähigen liberalen Partei: „Ich glaube, dieses Land braucht eine liberale Kraft – und die haben wir nicht.“
Habecks Äußerungen spiegeln eine tiefe Skepsis gegenüber der Zukunft der FDP unter Kubicki wider. Zwar könnte die Partei kurzfristig Zulauf erhalten, doch als moderne liberale Bewegung werde sie ihre Rolle nicht erfüllen. Die Entscheidung am Samstag wird zeigen, ob die FDP einen Kurswechsel vollzieht – oder auf ihrem bisherigen Weg beharrt.






