24 June 2026, 14:22

Hamburg streicht lebenswichtige Medizin für unversicherte Migranten – die Folgen sind dramatisch

Notfallfonds kann keine Behandlungen mehr bezahlen

Hamburg streicht lebenswichtige Medizin für unversicherte Migranten – die Folgen sind dramatisch

Migranten ohne Krankenversicherung in Hamburg erhalten seit Mitte Mai keine lebensnotwendige medizinische Behandlung mehr. Die Notfallhilfe der Stadt ist ohne Mittel, sodass viele Betroffene ohne Zugang zu medizinischer Versorgung dastehen. Das Unterstützernetzwerk Medinetz warnt vor gesundheitlichen Risiken durch diese Versorgungslücke.

Der Notfallfonds für unversicherte Migrantinnen und Migranten war ursprünglich mit 500.000 Euro aus dem Stadthaushalt ausgestattet worden. Im Mai bewilligten die Behörden jedoch nur einen Bruchteil der beantragten zusätzlichen 500.000 Euro – das Geld für neue Fälle ist damit aufgebraucht. Für den Rest des Jahres sind keine weiteren Mittel zu erwarten.

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Allein in diesem Jahr half die Clearingstelle im Hamburger Flüchtlingszentrum 678 von 781 Klientinnen und Klienten, Behandlungen und Medikamente zu finanzieren, wofür rund 718.000 Euro aufgewandt wurden. Doch die Nachfrage steigt rasant: Die Zahl der Beratungen kletterte von 284 im Jahr 2012 auf über 2.300 in diesem Jahr. Matthias Plieninger, Internist bei Medinetz, betonte, dass ohne diese Mittel viele Menschen unbehandelt bleiben müssten.

Marian Laue, stellvertretende Koordinatorin bei Medinetz, kritisierte die Sparmaßnahmen der Stadt und die fehlende Berücksichtigung langfristiger Folgen. Das Netzwerk fordert die Behörden nun auf, die zugesagten Gelder umgehend freizugeben und ein nachhaltiges Finanzierungsmodell zu schaffen.

Trotz wachsendem Bedarf bleibt das Notfallprogramm unterfinanziert. Medinetz setzt sich weiterhin für Maßnahmen ein, um eine Versorgungslücke für schutzbedürftige Bewohnerinnen und Bewohner zu verhindern. Ohne Eingreifen der Politik droht sich die Situation für unversicherte Migrantinnen und Migranten in Hamburg weiter zu verschärfen.

Quelle