05 February 2026, 13:22

Hamburgs Operntriumph Monsters Paradise und der Kampf um Latein als Schulfach

Ein Plakat, das das Théâtre de l'Opéra in Paris bewirbt, zeigt eine Frau in einem gelben Kleid umgeben von anderen Menschen mit Text darauf.

Hamburgs Operntriumph Monsters Paradise und der Kampf um Latein als Schulfach

Weltpremiere von Monsters Paradise: Gefeierte Oper in Hamburg und wachsende Unterstützung für Lateinunterricht

Die Weltpremiere von Monsters Paradise, einer mutigen neuen Oper der Komponistin Olga Neuwirth und der Schriftstellerin Elfriede Jelinek, hat in Hamburg begeisterte Reaktionen hervorgerufen. Die Produktion markiert den Beginn einer neuen Ära für das Opernhaus der Stadt unter seinem kürzlich berufenen Intendanten. Gleichzeitig gewinnt eine prominente Petition zur Verteidigung des Lateinunterrichts an Fahrt – unterstützt von führenden Kulturschaffenden, darunter auch die Macher der Oper selbst.

Die opernhafte Groteske Monsters Paradise feierte eine triumphale Premiere, in der Neuwirths markante Partitur mit Jelineks scharfem Libretto verschmilzt. Unter der Regie von Tobias Kratzer und mit Bühnenbildern von Rainer Sellmaier wurde das Werk als Eröffnung der Amtszeit des neuen künstlerischen Leiters ausgewählt. Zum Ensemble zählte der Bariton Georg Nigl, der erst kürzlich mit dem Österreichischen Musiktheaterpreis 2025 als "Sänger des Jahres" ausgezeichnet wurde.

Abseits der Bühne gewinnt die Petition "Latein ist kein Luxus – es ist Bildung" zunehmend an Bedeutung. Initiiert von drei Nobelpreisträgern – Peter Handke, Elfriede Jelinek und Anton Zeilinger – zählt sie mittlerweile 47 weitere Unterschriften aus Kunst und Wissenschaft. Auch Neuwirth und Nigl, beide zentrale Figuren des Opernerfolgs, haben sich der Initiative angeschlossen. Die auf aufstehn.at veröffentlichte Kampagne fordert die Bewahrung von Latein als festen Bestandteil des Schulunterrichts.

Die wachsende Liste der Unterstützer spiegelt die breite Resonanz der Petition wider. Neben den Nobelpreisträgern haben sich Persönlichkeiten aus Literatur, Wissenschaft und Philosophie der Forderung angeschlossen. Ihr Engagement unterstreicht die Debatte über den Stellenwert klassischer Bildung in modernen Lehrplänen.

Die Premiere von Monsters Paradise hat sich als kultureller Meilenstein etabliert, während die zunehmende Reichweite der Petition die tiefgreifende Sorge um die Zukunft des Lateinunterrichts verdeutlicht. Mit prominenten Künstlern und Denkern hinter der Kampagne stellt sie nun eine sichtbare Herausforderung für die Bildungspolitik dar. Sowohl die Oper als auch die Petition stehen für die anhaltenden Diskussionen über Tradition, Innovation und den Wert der Geisteswissenschaften in der heutigen Gesellschaft.